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Welse, Karpfen, Zander, Meeräschen - fischen wie Gott in Frankreich

Zahm und brav war sie, die Loire, in den letzten Jahren. Die Regenfälle in ihrem gesamten Wassereinzugsgebiet waren in den neunziger Jahren recht spärlich. Sie haben so die Schrecken der vergangenen Jahrzehnte ein wenig vergessen lassen. Die jahrhundertealten Deiche sind ausgebessert. Mit seinen eintausend Kilometern Länge ist die Loire immer noch der größte unbegradigte Strom Europas.

Schmal „mäandert” die Loire im Sommer inmitten weitläufiger Sandbänke dahin, die erahnen lassen, was hier bei Hochwasser für Kräfte am Werk sind. Bei entsprechenden Regenfällen ist sie in der Lage, innerhalb von wenigen Tagen von 20-40 m
3/Sek. auf über 5000 m3/Sek. anzuschwellen, soviel wie der mächtige Mississippi an Wasser führt. Jedes Mal

 

gestalten diese gewaltigen Wassermassen das Flussbett neu, gigantische Sandmengen werden flußab geschwemmt, wo sie sich, ganz dem Gesetz der Schwerkraft folgend, zu neuen Bänken ablagern. So ”lebt” die Loire mehr als manch begradigter Strom.
Aber auch die in ihr lebende Fischwelt befindet sich in einem ständigen Wandel. Während die ganz alten Loirefischer den Fluss noch als typisches Hechtgewässer mit zahlreich aufsteigenden Lachsen kannten, gibt es heute nur mehr wenige Hechte und so gut wie gar keine Lachse mehr. Die Loire hat in den vergangenen Jahrzehnten gleich mehrfach ihr Gesicht gewandelt. Bis 1962 gab es keine Zander. Von da an explodierte förmlich deren Bestand - und ab Mitte der achtziger Jahre fand er sein Ende. Seitdem befindet sich der Wels auf triumphalem Vormarsch und heute ist er in der Loire uneingeschränkter König. Zander gibt es immer noch, sie haben sich bloß rar gemacht, dafür stehen die Chancen auf wirklich große Zander immer noch gut: Statt der früher oft zahlenstarken Strecken gelingt heute eher der Fang einiger besonders stattlicher Exemplare, die aus der Loire mit über fünfzehn Kilo verbürgt sind. Wenn es heute nur mehr wenige Hechte gibt, dann liegt das nicht an den Zandern oder Welsen, sondern an der zunehmenden Eutrophierung des Loirewassers, das letztgenannten Arten deutlich besser bekommt als den Hechten. Während die Hechte früher die für ihr Laichgeschäft unerlässlichen Krautbänke zum Ablaichen fanden, fehlen diese heute gänzlich.

Die größten Nutznießer dieses Wandels sind aber die Friedfischbestände, die die Loire in Mengen bevölkern wie nie zuvor. Stipp-, Match-, Bolognese- und Karpfenangler kommen voll auf ihre Kosten. Während erstere mit vielen Brassen, Rotaugen und Barben rechnen können, müssen die Karpfenangler ständig mit einem Wels rechnen. Oft machen diese urigen Gesellen jeden dritten gefangen Fisch aus! Die Loirekarpfen erreichen stattliche zwanzig Kilo und mehr, das Gros des Bestandes setzt sich allerdings aus 5 bis 11 Kilo schweren Fischen zusammen. Was diesen Fischen an Größe fehlt, machen sie an Kampfgeist wieder wett. Im Drill entfachen diese strömungserprobten Gesellen beeindruckende Kräfte.

Auf Meeräschen mit Grundblei und Spinner

Allsommerlich steigen aus dem Atlantik unglaubliche Mengen großer Meeräschen in die Loire auf. Bis oberhalb von Blois wandern diese überdurchschnittlich großen Fische, die meist zwischen einem und zwei Kilo, manchmal sogar über fünf Kilo wiegen! Das Meeräschenfischen hat sich an den Loireufern zu einem recht eigenen Volkssport entwickelt, viele der Angler, die dann auf den heißen Sandbänken unterwegs sind, betreiben ausschließlich diese Fischerei! Auf dem Grund verankern sie mit einem schweren, festsitzenden Grundblei eine Wasserkugel und einen silbrigen Spinner, dessen etwas abstehender Drilling mit einem Seeringelwurm beködert wird. Die Entfernung zwischen Blei und Wasserkugel sollte 40 cm, die zwischen Wasserkugel und Spinner lediglich 30 cm betragen. Diese Montage wird mit einer langen Rute vom Ufer aus in die Strömung geworfen, wo das Spinnerblatt an Ort und Stelle rotiert, während dahinter der Seeringelwurm in der Strömung hängt. Die vehement zupackenden Meeräschen haken sich an dieser Selbsthakmontage von selbst, die aufrecht in Rutenhaltern stehenden Ruten machen dabei einen riesigen Ruck vorwärts! Die Meeräschen sind reine Schwarmfische, die in der Loire gerne hinter Brückenpfeilern und an Einschnürungen des Flussbettes stehen. Dort, wo bereits die Einheimischen ihr Glück probieren, stehen die Chancen recht gut! Gesellen Sie sich ruhig in die Nähe, gute Meeräschenstellen sind nicht klein und vertragen einige Angler.

   

Mit Kunstköder auf Waller

Wegen ihrer recht geringen Durchschnittstiefe (meist nur 1 bis 3 Meter) ist die Loire ein untypisches Wallerrevier. Die wenigen zum Klopfen mit dem Wallerholz geeigneten ”Löcher” - in Wirklichkeit langgezogene, 3 bis 4 m tiefe Rinnen - liegen oft zehn oder zwanzig Kilometer auseinander! Meistens ist die Loire zum effektiven Wallerholzfischen zu seicht. Dafür ist sie für das Spinnfischen auf Waller wie geschaffen! Ständig

 
 

sind die Fische auch für Uferangler in Reichweite, denn die fühlen sich auch in ein oder zwei Meter Wasser wohl! Weichplastikköder, Wobbler und Löffel sind allesamt sehr erfolgreich. Das Spinnfischen selbst ist noch dazu verhältnismäßig einfach, weil der Köder bedenkenlos im Freiwasser und oberflächennah geführt werden kann! Die meisten Loirewelse sind mittlerweile zwischen 10 und 30 Kilo schwer und jedes Jahr wird der Durchschnitt der gefangenen Fische schwerer. Die größten Loirewelse wiegen jedenfalls jetzt schon über sechzig Kilo. Wenn Sie der Familienurlaub ins Loiretal verschlägt, dann können Sie sich die Zeit zwischen den Schlossbesichtigungen ruhig mit ein wenig Angeln verkürzen... Welse, Karpfen, große Zander und viel mehr gibt es zu fangen, man muss sich bloß ein wenig bemühen.

Das sollten Sie wissen

Zwischen Orleans und Angers gibt es weit über hundert Schlösser, von denen die bekanntesten alljährlich viele hunderttausend Besucher ins Loiretal locken, so dass es hier überdurchschnittlich viele Hotels und Restaurants gibt. Zum Angeln empfiehlt es sich, mit dem eigenen PKW oder Wohnmobil anzureisen. Leider sind aber einige Zufahrtsmöglichkeiten für Wohnmobile nicht mehr passierbar, weil auf diese Feldwege ein großer Bügel gesetzt wurde, der Zigeuner daran hindern soll, an den Loireufern ihre Lager aufzuschlagen. Ein eigenes Boot können sie mitbringen, es ist aber keineswegs nötig, die Loire ist auch in der Mitte verhältnismäßig seicht. Meistens verläuft die Hauptrinne entlang einer Uferseite, wodurch die Fische auch für Uferangler immer in Reichweite bleiben.
Zwar blieben die Hochwasser in den letzten Jahren aus, mit ihnen muss man aber trotzdem rechnen. Am sichersten ist die Zeit von Juni bis November. In diesem Zeitraum sind die Waller, Karpfen und Zander aktiv und der Fluss nahezu immer optimal befischbar. Zum Befischen brauchen Sie die staatliche französische Angelkarte, die es als Jahresschein (ca. 70 €), häufig als Ferienschein (zwei Wochen oder zwei Monate) gibt. Erhältlich sind diese Scheine in den Angelsportgeschäften, oft auch in den Dorfgaststätten. Das Fischen ist nur von einer halben Stunde vor Sonnenaufgang bis eine halbe Stunde nach Sonnenuntergang erlaubt! Diese und weitere wichtige Bestimmungen entnehmen Sie dem Faltblatt, das dem Angelschein beiliegt.

   

veröffentlicht bei dam.de




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