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Rega, Parseta, Slupia oder Drawa – Pommerns Flüsse haben eins gemeinsam: Lachse und Meerforellen. Im Norden Polens finden Sie hier ein echtes Traumrevier.

1.600.000 - das ist nicht die riesige Menge aufsteigender Lachse in die großen Flüsse Kanadas, sondern die unglaubliche Zahl von Junglachsen (Smolts), die seit 1994 in die polnischen Küstenflüsse gelangt sind. Außerdem werden jährlich über 1,5 Millionen junge Meerforellen ausgesetzt. Als bei uns noch niemand großartig darüber nachdachte, begannen unsere Nachbarn bereits 1985 mit einem ehrgeizigen Lachs- und Meerforellenprogramm. Der erste Laich für das Projekt stammte aus der Daugava in Lettland. Innerhalb weniger Jahre wurde die leistungsfähigste Zuchtanlage in ganz Mitteleuropa errichtet, die heute auch Lachsnachschub für deutsche Flüsse bereitstellt. Allein 1999 kamen so über 350.000 Smolts in die verschiedenen pommerschen Flüsse. Der Einsatz hat sich gelohnt: Viele Lachse und Meerforellen wanderten in die Parseta, Slupia, Rega und die Drawa - und der größte Teil kehrt seit 1997 regelmäßig wieder nach Hause zurück. Zur großen Freude der polnischen Angler und der Gäste aus Deutschland.

 
   

Codename: Großlachs

Eines ist auf jeden Fall klar: In Polen ist in wenigen Jahren eine echte Alternative zu den sehr kostspieligen und weiten Touren nach Skandinavien, Kanada oder Alaska entstanden. Die polnischen Lachse und Meerforellen müssen dabei auch keinen Größenvergleich scheuen: Zu Beginn der 2000er Saison gingen einer Anglergruppe an der Parseta ein Lachs von 13,6 Kilo und eine Meerforelle von 1,08 Meter und 9,4 Kilo an den Haken. Das bisher größte gemeldete Lachsweibchen wog sage und schreibe 34 Kilo und 1998 wurde ein Männchen von 18 Kilo erbeutet. Nach solchen Lachsen und Meerforellen sucht man in Skandinavien

 

lange, in Polen sind sie dagegen in über 20 Küstenflüssen und deren Mündungen beheimatet. Die besten Fangzeiten auf blanke Fische liegen zwischen März und April und dann wieder ab Mitte Juni (Meerforellen) und Mitte Juli (Lachs) bis zum Saisonende am 1. Oktober. Abgelaichte, braune Fische sollten auf jeden Fall schonend zurückgesetzt werden, damit der Salmonidenstrom auch in Zukunft gesichert ist.

Drei Flüsse voller Lachs

Die Parseta ist mit 157 Kilometern der längste Fluss Pommerns. Auf über 65 Kilometern erstrecken sich die fangträchtigen Lachs- und Meerforellenreviere zwischen der Mündung in Kolobrzeg (Kolberg) und dem Wasserkraftwerk in Roscino, das auch gleichzeitig den Endpunkt der Laichwanderung markiert. Die Nebenflüsse Radew, Chotla und Topiela sind ebenfalls sehr gute Fanggründe.
Grundsätzlich wird die Parseta in drei Abschnitte geteilt. Der Oberlauf von Roscino bis Karlino, der Mittelteil von Karlino bis Bardy und der Unterlauf von Bardy bis nach Kolobrzeg. Die heißesten Ecken liegen zwischen Karlino und Roscino im Oberlauf. Gerade im Sommer zwischen Juni und Juli sammeln sich die aufsteigenden Lachse und Meerforellen auf dem letzten Stück vor dem Kraftwerk Roscino. Drei Brücken, zahlreiche Kurven, entwurzelte Bäume und tiefe Gumpen machen diese Strecke besonders attraktiv. Wer es auf dem etwa 30 Kilometer langen Mittelabschnitt zwischen Karlino und Bardy versuchen möchte, kann im Winter (nach dem 1. Januar) und besonders im Juni, Juli auf fette Beute hoffen.

 

Hier werden sehr schöne Grilse oder Grönländer (silberne, noch nicht laichfähige Lachse und Meerforellen) gefangen. Die besten Plätze: Daszewska Laka, Poczernino, Jazy und Pyszka.
Reißende Strömung, rund 50 Meter breit und große versunkene Steine - das sind die Merkmale des Unterlaufes zwischen Bardy und Kolobrzeg. Hier kann die ganze Saison gefischt werden. Ab dem 1. Januar bis Ende April und dann wieder von Juni bis September hat man gute Chancen, abwandernde und aufsteigende Fische zu fangen. Hier kann auch schon mal eine der großen Steelhead-Forellen (Regenbogenforellen aus dem Meer) beißen. Gute Plätze: Zabrowo, Bogucino und Zieleniewo.
Die Rega ist mit 154 Kilometern Länge nur wenig kürzer als die Parseta und auf 50 Kilometern befischbar. In Sachen Fischreichtum lässt sie auch nichts zu wünschen übrig. Kleinere, blanke Meerforellen (Grönländer, bis 50 cm) steigen im März von der Mündung in Mrzezyna in Richtung Trzebiatowo auf. Dort gibt es zwar durch Fischtreppen die Möglichkeit, in die Nebenflüsse zu gelangen, aber die meisten Fische sammeln sich vor den Toren Trzebiatowos. Deshalb sind an diesen Stellen auch die besten Fangaussichten während der ganzen Lachs- und Meerforellensaison. Die Rega ist besonders unter Fliegenfischern sehr beliebt. Die breiten Ufer erlauben weites und präzises Werfen. Nur bei starken nördlichen oder westlichen Winden muss die Fliegen- der Spinnrute weichen.

 
   

Und zum guten Schluss geht's noch etwas weiter nach Osten, an die sehr wilde Slupia - den Geheimtipp. Vor kurzer Zeit wurde in Höhe der Stadt Slupsk eine neue, moderne Kläranlage errichtet, die für eine ausgezeichnete Wasserqualität sorgt. Besonders die Meerforellen danken dies und kehren wieder zahlreich in ihre Heimat zurück. An diesem Fluss erhält jeder eine Fanggarantie auf die blitzblanken Fische aus der Ostsee. 58 Kilometer lang ist das Revier zwischen Ustka und Slupsk, herrlich ursprünglich und auf jeden Fall eine Reise wert. Und wem diese Lachs- und Meerforellen-Eldorados im Herzen Europas immer noch nicht reichen, der findet weitere 20 bis 25 Flussläufe mit herrlichen Bach- und Regenbogenforellen, Äschen und dicken Döbeln.

 
   

Äschen-Paradies

Im April 1999 wurde der über 10 Jahre gesperrte Drawa Nationalpark wieder für Angler geöffnet. Die Drawa ist eine wildromantische Flusslandschaft, die jeden Besucher in ihren Bann zieht. In hunderten von Kurven zieht sich das glasklare Gewässer durch den Urwald des Parks. Die dominierende Fischart in der Drawa ist die Äsche. Wichtig ist es, mit einem dünnen 0,12er Vorfach zu fischen. Aber Vorsicht: Der Fluss ist überall dicht mit Bäumen überwuchert und nur mit einer Wathose gelangt man an die interessanten Stellen. Beeindruckend sind außer dem Fischreichtum auch die vielen anderen Tiere wie Biber, Fischotter, Gänsesäger und

 

Schellenten, die man überall am Gewässer zu sehen bekommt. Zwischen Barnimie und Stare Osieczno und weiter nach Przyborowo liegen die besten Fangplätze für die Äsche. Vereinzelt gelangen aber auch Meerforellen und Lachse zum Laichen in das verzweigte Flusssystem. An der Drawa bleiben keine Wünsche offen, denn in zwei Seen des Nationalparks, durch die die Drawa fließt, können außerdem schöne Seeforellen gefangen werden. Ein Angelführer sollte aber auf jeden Fall für die ersten Tage mit von der Partie sein.

   

aus “Fisch&Fang” 11/2001




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