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Besonderheiten des Angelns auf Bornholm

Gesetzliche Bestimmungen
In Dänemark ist für Sportangler eine Angelkarte erforderlich. Es können Tages-, Wochen- oder Jahreskarten gekauft werden. Die auf diese Weise entstehenden Mittel werden zur Fischpflege verwendet: Einsetzungen von Fisch in Süß- und Salzwasser, Entwicklung von Aufzuchtmethoden, Forschung und Ausarbeitung von Fischeinsetzungsplänen usw.. Eine Angelkarte ist nicht erforderlich, wenn man jünger als 18 oder älter als 67 Jahre ist oder ausnahmslos in Put & Take-Gewässern fischt.
Es gelten die Regeln, wie in ganz Dänemark üblich: die obligatorische Angelkarte kann im Postamt gekauft werden. Der Einzahlungsbeleg für die Angelkarte muss beim Angeln mitgenommen werden.

Geschützte Zonen
An Süßwassereinströmungen ins Meer befinden sich geschützte Zonen, in denen jede Art des Angelns verboten ist. Auf Bornholm gilt diese Zone mit einem Radius von 500 m ganzjährig an der Blykobbe Å, der Læså und der Øleå; vom 16. September bis zum 16. Januar gilt diese Schutzzone auch an 22 anderen Bachläufen (bitte informieren Sie sich vor Ort).
Meerforellen in Laichfärbung (bräunlich gefärbte Fische) und Lachse stehen in der Zeit vom 16. September bis zum 28. (29.) Februar unter Schutz und müssen wieder eingesetzt werden. Im Salzwasser gilt diese (seit dem 01.01.2002 erweiterte) Schonzeit nur für Fische mit Laichfärbung. Während dieser Zeit dürfen nur blanke Fische mit losen Schuppen entnommen werden. Hechte sind im April geschützt, Zander im Mai.

Binnenfischerei, Teiche & Seen
Auf Bornholm gibt es eine Unzahl von Teichen, Steinbruchseen, Wasserlöchern, Mooren und Wasserläufen, von denen die meisten jedoch nicht für die Öffentlichkeit zum Angeln zugänglich sind. Viele Grundbesitzer geben auf Anfrage gern eine Angelerlaubnis und oftmals ist eine Angelerlaubnis inklusive, wenn man bei einem Anrainer mit Angelrecht übernachtet.
Die Bornholmer Moore und Seen sind generell mit Fischen jeder Art gut bestückt - sowohl von Natur aus, als auch durch Menschenhand. Öffentlich zugängliche Süßwasser:

Krasmose: Hechte, Schleien und Aal
Knarremose: Hechte und Regenbogenforellen im Sommer
Hammersø: Hechte, Barsche und Aal
Dammemose: Hechte, Krebse und Aal
Stenbrudssøen: Zander, Schleien und Regenbogenforellen im Sommer
Rubinsøen: Hechte und Barsche
Safirsøen: Barsche, Plötzen, Karpfen
Smaragdsøen: Meerforellen, Hechte und Barsche
Snorrebakkesøen: Hechte, Barsche
Åsedam: Hechte und Plötzen
Sdr. Borgedal: Hechte, Plötzen, Bachforellen
Das Angeln in den drei zuletzt genannten Seen (Snorrebakkesøen, Åsedam und Sdr. Borgedal) ist kostenlos.

Bitte beachten Sie das seit dem 01.01.2002 geltende Mindestmaß von 50 cm für Zander und 45 cm für Aal (36 cm im Salzwasser).

Küstenangeln
Auf Bornholm finden sich durch die vielen Meerforellen führenden Bäche und die abwechslungsreiche Küste zahlreiche Möglichkeiten zum Watangeln entlang der Küste. Der Bornholmer Meerforellenbestand besteht nur aus Wildfischen, die in den  Wasserläufen der Insel reproduziert werden. Es gibt überhaupt keine Einsetzung von Meerforellen in den Wasserläufen oder entlang der Küste.

Wind und Wetter
Generell sollten Stellen mit Seewind aufgesucht werden, bzw. Küstenstrecken, an denen die Wellen gegen Steine und Schären brechen. Hier sind die besten Fangchancen. Denn die Meerforelle ist in unruhigem Wasser, wo die Wellen Nahrung vom Meeresgrund aufwirbeln, besonders aktiv. Nahezu euphorisch auf der Jagd nach Nahrung beißt die Meerforelle in solchem Wetter in alles hinein und liefert sich damit oft selbst an den Haken. In stillem und klarem Wasser nimmt sie die Nahrung doch erst einmal genauer in Augenschein und man muss eine Fliege oder Miniblinker verwenden.

Ausrüstung
Beim Spinnangeln sollte man eine 7-9 Fuß Rute, Blinker und Wobbler von 5-25 g und, abhängig von den Umständen, eine 0,18- 0,30 mm Schnur verwenden. Abgeflachte Kunstköder, die die bevorzugte Nahrung der Meerforelle, Tobis, imitieren, sind nahezu überall empfehlenswert. Die meisten Bornholmer Fliegenfischer an der Küste arbeiten mit einer AFTM 7-8-9 Rute und einer salzwasserbeständigen Fliegenrolle mit mindestens 100 m Hauptschnur. Dazu kommt dann die Fliegenschnur, bei der es sich oft um einen Schußkopf handelt, der an verschiedene Hauptschnüre gekoppelt wird. Es wird jedoch bei stillem Wetter auch mit ganzen Schwimmschnüren geangelt oder bei Wind und Strömung mit leicht sinkenden. Mehr oder weniger alle Fliegenfischer verwenden ein Nylonvorfach mit Fertigtaper, das mit einer 0,25-0,30 mm Spitze mindestens auf die anderthalbfache Rutenlänge verlängert wird. Hinsichtlich der Fliegenwahl sind die Fliegenfischer an der Bornholmer Küste recht traditionell und halten sich an die bewährten Formen wie „Big Hole Demon“ (in den Farben schwarz, rot, orange), „Bloody Butcher“, „Thunder & Lightning“, „Red Tag“, „Magnus“, Glimmergarnelen, Bürstenwurm und diverse Krabben- und Wasserflohimitationen. Für den Haken wird meist die Größe 6 gewählt, je nach Jahreszeit, Wind und Wetter und Lichtverhältnissen

Angelzeiten
Im Winter und Frühjahr ist die Meerforelle den ganzen Tag lang auf Jagd, sie kann also zu jeder Tages- und Nachtzeit gefangen werden. Steigt jedoch die Wassertemperatur auf 15-16° und die Sonne brennt warm vom Himmel, so sind die günstigsten Angelzeiten die Morgen- und Abendstunden. Selbst in einer warmen Sommernacht kann man die Meerforelle in Küstennähe erwischen. Auch wenn die Bornholmer Meerforelle nicht wie andernorts durch den Salzgehalt des kalten Winterwassers mit Problemen zu kämpfen hat, so bleibt sie natürlich von den extremen Kältegraden doch nicht ganz unbeeinträchtigt. Bei solchem Wetter liegt die beste Angelzeit um die Tagesmitte herum, wenn und falls die Sonne das küstennahe Wasser erwärmt hat.

Trolling
Ein Trollingtag ist jedes Mal ein wunderschönes Erlebnis - egal ob die Lachse anbeißen oder nicht. Und natürlich ist es die Krönung des Tages, mit einem silberglänzenden Lachs in den Hafen einzulaufen. Und das kann man oft auf Bornholm.
Trolling von kleinen Booten aus ist eine Weiterentwicklung der alten Schleppmethode. Die massiven Lachseinsetzungen in die Zuflüsse der Ostsee haben die Chancen deutlich verbessert, silbern glänzende Lachse auf Nahrungssuche zu fangen. Rund um Bornholm, wo das Trollingfischen in den letzten Jahren ganz erfolg reich gewesen ist, werden Lachse von der Lachsaufzucht in Nexø eingesetzt. Die Lachse sind im Winter und im Frühjahr ganz in Küstennähe, und regelmäßig werden große Exemplare an Land gezogen. Der vorläufige Rekord liegt bei über 22 kg! Selbst wenn einem der Umgang mit der Trollingausrüstung nicht geläufig ist, so kann doch ein jeder auf Lachsfang gehen. Die meisten Bootsvermieter bieten auch Angeltouren mit erfahrenen Trollingführern an.

Angeltechnik und Saison
Was ist die richtige Tiefe? Die Köder werden möglichst in der Nähe von Sprottenschwärmen platziert, in denen die Lachse schwelgen. Die Schwärme sind auf dem Echolot als lange Bänder oder kompakte Kugeln zu erkennen, meist sind sie über den gesamten Bildschirm hinweg als kleine „Schönheitsflecken“ zu erkennen, wenn die Lachse über die gesamte Wasserfläche jagen.
Die Schleppgeschwindigkeit nach Lachs sollte abhängig vom Ködertyp bei ungefähr 2-2,5 Knoten liegen, aber z.B. erfordert die Verwendung von Dodger oder Flasher, dass die Geschwindigkeit bei starker Strömung und Abdrift weiter herabgesetzt wird. Lachse findet man ganzjährig in der Ostsee, sie beißen jedoch in kaltem Wasser am besten. Ab November stellen die Erwerbsfischer das Netzfischen ein und gehen zur Langleinenfischerei mit Haken und Sprottenköder über. Von da an bis weit in den Mai hinein können Lachse in Inselnähe mit Kunstköder gefangen werden. Die besten Erfolge beim Lachsfischen wurden bisher in tiefem Wasser (50- 60 m) erzielt, gute Positionen gehen aus der Karte hervor.

Ausrüstung
Die Bootsverleiher stellen in der Regel auch die Ausrüstung zur Verfügung, aber Sie können auch eigene Ausrüstung mitbringen. Denken Sie jedoch daran, dass zum Trollingangeln nach Lachs eine robuste Ausrüstung erforderlich ist. Es erfordert große Spulen wie Penn 320 GTI, ABU Ambassadeur 10000, Daiwa SG47 o.ä. mit großer Schnurkapazität, solider Mechanik und einer guten Bremse.
Die bevorzugte Nahrung des Lachses sind Sprotten von nur 6-8 cm Länge, dies kann man sich bei der Wahl des Kunstköders zunutze machen. Flache Blinker in Silber mit Reflektoren in grünblauen Nuancen sind empfehlenswerte Ausgangspunkte. Manchmal ist jedoch die echte Nahrung einfach nicht zu übertreffen - Sprotten in einer der angebotenen Montagen können einem sonst fischlosen Fischzug oft doch noch zum Erfolg verhelfen.

Wissenswertes und Erinnernswertes
Große Bootkescher sollten selbstverständlich sein. Schnurstärken zwischen  0,40 - 0,50 mm sind zu empfehlen. Bitte beachten Sie: Seit dem 1. Juni 1999 ist für die meisten Trollingboote ein "Führerschein" erforderlich. Nähere Informationen erhalten Sie von der Seefahrtsverwaltung (Søfartsstyrelsen) oder dem Bootsverleiher. Seit dem 01. Januar 2002 ist das Trollingfischen mit Downrigger nur in den Gewässern mit mindestens 1 km Abstand zum Land (Bornholm und Christiansø) zulässig.
Das Wetter kann Ihnen einen Strich durch die Rechnung machen, bringen Sie daher lieber auch eine Küstenausrüstung mit, selbst wenn Sie eigentlich nur auf Trolling aus sind.

Fahrt in die Ostsee
Markierung von Fischereigerätschaften
Netze am Meeresgrund (z.B. Dorschnetze) und Netzschnüre (z.B. Forellennetze) sind feststehend, gekennzeichnet mit zwei Fahnen am westlichen Ende und einer Fahne am östlichen. Notfalls kann man dicht an Lee an der Boje vorbeifahren, halten Sie an Luv jedoch immer gut Abstand! Generell sollten Sie Abstand zu den Fischereigerätschaften anderer halten. Fahren Sie bitte nicht zwischen den Bojen, bevor Sie ganz sicher sind, ob es ein schwimmendes Treibnetz oder ein Netz am Meeresgrund ist.
Besonders beim Aufbruch in der Dämmerung können die Gerätschaften schwer zu erkennen sein. Es ist daher immer vernünftig, anfangs zunächst die Positionen zu markieren und sich klarzumachen, an welcher Seite und mit welchem Kurs die Bojen passiert werden können. Die Fanggerätschaften stehen meist in Hafennähe und ungefähr 1-2 Seemeilen von der Küste entfernt. Halten Sie sich fern von den kilometerlangen Lachsschnüren der Erwerbsfischer, markiert mit einer Fahne pro 80 Haken, und den Treibnetzen, markiert mit Lichtbojen/Fahnen pro 20 Netze. Beachten Sie darüber hinaus eventuelle Anweisungen der Erwerbsfischer über VHF, Kanal 72.
Sicherheit auf See
Hören Sie den aktuellen lokalen Wetterbericht unter der Telefonnummer 1853 (deutsch) und 1854 (englisch) oder sehen Sie sich vor Antritt der Fahrt den Wetterbericht im Fernsehen DR Text TV Seite 418 und 421 an. Der übliche Interschiffskanal zwischen den Trollinganglern auf Bornholm ist Kanal 72. Haben Sie kein VHF-Radio oder Radiozertifikat, so sollten Sie ein Mobiltelefon dabei haben.
Überprüfen Sie Ihre Sicherheits- und Rettungsausrüstung, bevor Sie in See stechen. Teilen Sie mit, wann Sie mit Ihrer Rückkehr rechnen, und halten Sie sich an den von Ihnen angegebenen Zeitpunkt.
Als Mindestanforderung beim Trolling in der Ostsee muss der Bootsführer einen Führerschein für Sportboote oder besser noch einen Befähigungsnachweis besitzen und damit Kenntnisse der Navigation und Schifffahrtsbestimmung aufweisen können. Sie sollten Seekarten dabei haben, falls die Elektronik einmal aussetzt.
Auch wenn das Lachsfieber brennt, sollen Sie nicht bei schlechtem Wetter auf See gehen. Die folgende Faustregel sollte immer beachtet werden, egal für wie erfahren man sich hält: Kleine Jollen sollten bei einer Windstärke von mehr als 6-8 m/s im Hafen bleiben, Allround-Boote von 15-17 Fuß bei einer Windstärke von mehr als 8-10 m/s und große Offshore-Boote von 18 Fuß und darüber bei einer Windstärke von mehr als 12-13 m/s. Die Sicherheitsausrüstung des Boots und die persönliche Ausrüstung müssen natürlich vor der Trollingfahrt überprüft werden.

Rampen und Häfen
In beinahe jedem Hafen gibt es Slippanlagen, die von Sportanglern mit eigenem Boot benutzt werden können, oft jedoch sind Rampenform oder Zufahrts- und Parkmöglichkeiten nicht sehr zweckmäßig. Im Augenblick sind nur die Bedingungen in Hasle, Melsted und Årsdale optimal. An einigen Anlagen wird für die Verwendung eine Gebühr erhoben.

Frisch gefangene Dorsche
Viele Dorschstämme, z.B. der Ostseedorsch, laichen im Winter, während der Bornholmer Dorschbestand im Spätsommer laicht. Die Gruppenfischerei, also das Pilken nach Dorschen, die sich auf den Laichplätzen gesammelt haben, kann den ganzen Sommer über stattfinden - und dabei geht es nicht um kleine Dorsche. Im Sommer werden viele Dorsche zwischen 10 und 20 Kilo gefangen. Der Rekord auf Bornholm bei einem Dorsch beträgt 27 Kilo. Mehrere der Lachsplätze - z.B. Nejlen, Kobbestenen, Tejnestenen und Davidsbanke - sind auch gute Dorschlokalitäten. Die Bootsverleiher können Sie über andere gute Lokalitäten informieren. In den Sommermonaten ist es auch möglich, von Kuttern aus mit erfahrenen Skippern zum angeln zu fahren. Bitte verzichten Sie freiwillig auf das angeln während der Schonzeit – der Ostseedorsch ist in seinen Beständen gefährdet.

nach Informationen des dänischen Fremdenverkehrsamtes

 



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