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SEGA Marine Fishing Hersteller: Empire Interactive/Sega
Hardware: P2 400MHz 64 MB RAM Soundkarte WIN 95 WIN 98 8x CD-ROM
DirectX kompatibel, 16MB

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Mit Sega Marine Fishing präsentiert Sega den offiziellen Nachfolger
zum Angelspiel Get Bass. Nachdem es beim Vorgänger Get Bass (Bass Fishing) nur um eine Fischart im Süßwasser ging, wird jetzt die Vielfalt großgeschrieben. Ich habe es zwar nicht durchgezählt, aber es dürften ca. 20
verschiedene Flossenträger sein, welche man bejagen kann. Ungewöhnliche Stachelrochen, schnelle Makrelen, kapitale Thunfische, gefährliche Mako- und Hammerhaie, witzige Napoleonfische, dickköpfige Delfinfische,
urtümliche Quastenflosser und natürlich die Königsklasse der Hochseeangler, die kampfstarken, eleganten und sprungfreudigen Schwert- und Segelfische, tummeln sich in den vier beangelbaren Regionen.
Es werden
wie beim Vorgänger grundsätzlich nur Kunstködern verwendet. Dabei wird zwischen tauchenden und schwimmenden Ködern unterschieden. Die Spinner und Wobbler gibt es in verschiedensten Ausführungen. Schmal, breit, groß,
klein, dezent oder in bunten Farben. Also optimal für jede Tageszeit und jeden Standort. Die Schwimmenden sind für Fische der oberen und mittleren Wasserregionen geeignet, während tauchende Köder für Bodenfische wie
Rochen optimal sind. Trotz längerem Fischen, habe ich bislang noch keine Gummiköder (Wobbler aus einem Gummimaterial) oder sonstige Imitate (z.B. Tintenfische aus Plastik oder andere ungewöhnliche Attrappen)
gesehen. Der Laie dürfte sowieso überfordert sein und wird das eher einfache System begrüßen.
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Grafisch kommt Sega Marine Fishing bunter als der Vorgänger daher.
Ja, fast poppig und comichaft wirken die Figuren und die Grafiken. Das ganze Spiel ist flotter und spielhallentypischer geworden. Im Wasser sind so viele Fische aus so unterschiedlichsten Arten zugleich, wie man es
sonst aus den Aquarien zoologischer Gärten kennt. Nur selten wird man einen Köder einholen, ohne das einer der flossigen Bewohner aufmerksam wird. Es gibt aber auch mehr Details zu bewundern. An der Küste sieht man
ganze Kleinstädte oder Leuchttürme, Luxusyachten, Motorbooten oder Wassersurfer. In der Luft die typischen pazifischen Fregattvögel mit ihren eckig wirkenden, schwarzen Schwingen und dem roten Kehlsack, weiße Möwen
und andere Seevögel. Alles wirkt lebendiger und dynamischer. Im Wasser liegen sogar Flugzeuge und U-Boote aus dem 2. Weltkrieg, Piratenskelette, japanische Steintempel sowie andere ungewöhnliche Bauten und Felsen.
Dazwischen tummeln sich Quallen, Schwärme von kleinen bunten Fische, während Kraken und Krebsen den Boden nach fressbaren absuchen.
Die Lebewesen sind vergleichbar gut texturiert und animiert wie die Barsche
in Get Bass, nur deren verpixelten Schuppen sind jetzt geglättet. Die Köder bewegen sich gewohnt überzeugend und durch gezieltes zupfen an Joystick oder Angel, kann man den Eindruck eines totkranken Fischleins,
welches eine leichte Beute darstellt, noch verstärken. Dazu gibt es jeweils Textbewertungen wie "good" oder gar "great", die einem bestätigen, dass man es richtig oder falsch macht. Vor allem für
Nicht-Angler eine willkommene Hilfe.
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Hat ein Fisch angebissen, geht der "Drill" los. Dazu wird
die Leine ständig unter Spannung gehalten. Zerrt der Fisch zu sehr, bekommt er Schnur. Doch dazu muss er den Widerstand der Bremse überwinden, die so eingestellt ist, dass der Nylonfaden nicht reißt, aber auch nicht
locker abgespult werden kann. Sobald der Fisch in die falsche Richtung schwimmt oder sich kurz ausruht, holt man die Leine ein. Dieses Spielchen geht so lange, bis die Beute dann nah genug am Boot ist und der Fisch
so müde erscheint, das man ihn gefahrlos anlanden kann.
Je nach Größe hebt man den Fisch an der Schnur direkt aus dem Wasser, verwendet ein Netz oder bei ganz großen Brocken das Gaff. Dieser wird unter dem
Kiemendeckel geschoben und das Tier daran ins Boot gezerrt. Bei extrem gigantischen Fischen sind dazu sogar zwei Personen nötig. Erstaunlich sind die Körperkräfte der Figuren. So heben diese nach einem Drill
problemlos 80 kg Barrakudas oder wuchten fröhlich zu zweit einen 350 Pfund Schwertfisch auf die Arme. Da kann Arnold Schwarzenegger noch was lernen...
Der Arcademodus ist schnell geschafft und bietet nicht
all zu viel. Interessanter ist der Original Modus. Hier gilt es Gegenstände zu ergattern. Für Sammler also ideal. Ich hatte, bis ich diesen Test schrieb, weit über 100 Gegenstände erangelt, es dürften aber ca. 250
sein. Um an die Gegenstände zu kommen, muss man sich erst einmal die Option, diese zu ergattern zu dürfen, freispielen. Dazu wählt man eines der Minispiele aus, in denen man entweder auf eine bestimmte Fischart
angeln soll, Zielwerfen übt, mehrere Drills am Stück besteht oder einfach ein Wettangeln auf hohe Fischgewichte bestreitet. Hat man sich genug Itempunkte freigespielt, wechselt man in den Free Fishing Modus. Dort
kann man nun in aller Ruhe und ohne irgendwelche Zeitlimits am Gewässer der eigenen Wahl die Leine auswerfen. Fast jeder Fisch wird nun zusätzlich einen Gegenstand einbringen. Das kann ein langweiliger Stein, ein
fetziges Musikstück, eine witzige Leinenfarbe, eine neue Angel oder Angler, ja sogar ein Begleiterhund oder ein Feuerwerk sein.
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Ein Teil der Gegenstände wie neue Köder, Angeln oder Boote (sogar
ein Floß aus Autoreifen ist freispielbar) sind im Free Fishing Modus einsetzbar. Andere wie Steine, Tiere oder gar Taucher und Unter-Wasser-Skulpturen darf man in einem riesigen Seewasseraquarium einsetzen. Dieses
kann man dann, zu entspannender Musik, betrachten. Ein netter Gag.
Sound und Musik sind gewohnt gut, die fetzige Rockmusik, sobald ein Fisch anbeißt, unterstreicht die Actionlastigkeit. Die vielen
Musikstücke und Remixe (auch aus Get Bass), bieten dem fleißigen Itemsammler etwas Passendes für jede Stimmung. Von Trance bis Techno ist alles im musikalischen Sortiment.
Fazit: Sega Marine Fishing ist das,
was Get Bass hätte sein sollen. Es ist abwechslungsreich, danke Itemvielfalt auch umfangreich und macht Spaß. Das Drillverhalten ist realistischer (wenn man zu schnell einholt und einer der Riesenfische ruckt an der
straffen Leine, reißt diese auch wenn man nicht mehr weiter kurbelt), die Fische beißen noch besser. Einzig die wenigen Schauplätze und die oftmals sehr belanglosen Gegenstände für das Aquarium (wer will schon eine
Hand voll Steine erangeln?) stören ein wenig. Das die Grafik jetzt mehr Richtung Comic geht, unterstreicht den eher unrealistischen Actionansatz, welchen Sega mit dem Titel geht. Ohne Angelcontroller kommt aber
wenig Spielspass auf. Diese Investition sollte man schon tätigen. Wer den Vorgänger zu langsam und zu wenig Abwechslungsreich fand, der sollte sich Sega Marine Fishing zulegen, wer hingegen das drillen schon damals
öde fand, für den ist Sega Marine Fishing kaum interessanter als dato.
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