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Testbericht
Die Grafik gehört mit Sicherheit nicht
zur Crème de la Crème auf der PS2, doch sie ist funktionell und schnell. Natürlich gibt es Darstellungsfehler, so liegt die Angelschnur schon mal gelegentlich mitten durch einen Pfahl oder die Unterwasserkamera
präsentiert die Innenansicht eines Fisches, wenn man den Köder ganz nah am potentiellen Opfer vorbeizieht, doch das Erlebnis ist immer noch stimmig, selbst für extreme Nahaufnahmen ist die Texturqualität in Ordnung
und vor allem die Unterwasserkamera vermittelt mit vorbeiziehenden Schwebeteilchen und Trübung des Wasser ein unglaublich realistisches Bild. Die Animation der Fische ist zudem sehr lebensecht, man merkt schon an
der Körpersprache wann man endlich den richtigen Köder am Haken hat.
Etwas nervig ist die englische Stimmausgabe, wenn der Tensionbalken für das Seil bereits im roten Bereich ist und ein sirenenartiges
Warnsignal blökt, hätte ich nicht noch gerade den monotonen, immer gleichen Kommentar des Computerbesserwissers im Sekundentakt gebraucht. Ansonsten dezente Hintergrundmusik (vielleicht nächstes Mal ein paar Stücke
mehr) und beruhigende Naturkulisse. Leider ist nichts im Spiel übersetzt, man erhält eine englische Version mit deutscher, gedruckter Anleitung.
Die Steuerung ist sehr akkurat und wirft keine großen Probleme
auf, mit dem linken Analogstick wird die Angelrute geführt, mit dem Rechten die Kurbel bedient. Die Actionbuttons haben verschieden Funktionen, so gibt es zum Beispiel ein kurzer Ruck für das Setzen des Hakens oder
das Umschalten der verschiedenen Gangarten der Kurbel. Außerdem kann das Boot manövriert werden, um bessere Fischgründe zu erreichen (Trainings Modus), wobei es sogar noch einen Schleichmodus zum gründlichen
Erkunden mittels eines kleinen Elektromotors gibt.
Bass Strike ist eine Simulation mit hohem Schwierigkeitsgrad, und es Bedarf einiger Übung und vor allem einiges Hintergrundwissens bis man seinen ersten
Fisch am Haken hat. Die Fische reagieren unterschiedlich auf verschieden Köder, Witterungsverhältnisse und Ruten, und wer nach einem minutenlangen nervenzerfetzenden Kampf, bei dem sich das Tier jederzeit vom Haken
losmachen oder die Leine reißen kann, einen stolzen Mehrpfünder über die Bordwand zieht, wird sich eines stolzen Lächelns nicht erwehren können. Mit 5 riesigen 3D-Seen, über 40 verschiedenen Ködern und sonstigem
Zubehör, sechs freispielbaren Charakteren, 49 Konkurrenten und 2 Schwierigkeitsstufen, 4 Spielmodi (Arcade, Time Trial, Practice und Tournament) bietet Bass Strike einiges an Langzeitmotivation und kann sogar
süchtig machen. Schade ist nur, dass man wenig Info geboten bekommt und sich mehr oder weniger alles selber erarbeiten muss, d.h. man zieht einfach mal einen Köder nach dem anderen an den Tierchen vorbei und merkt
sehr schnell, wofür sie sich interessieren Obwohl ich eher dem Survival Horror zugetan bin, hat mich Bass Strike irgendwie am Haken, und wer für andere Spielideen offen ist sollt sich diese Angelsimulation nicht
entgehen lassen, ich jedenfalls warte schon sehnsüchtig auf den ersten Angelcontroller. Petri Heil!
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