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Lachse tragen Schadstoffe landeinwärts
Wenn alljährlich Lachse in Flüssen und Bächen aufsteigen, tragen sie nicht nur Eier und Rogen landeinwärts, sondern auch Schadstoffe.
Kanadische und australische Biologen haben ermittelt, dass Seen mit einer hohen Dichte laichender Rotlachse deutlich erhöhte Konzentrationen von polychlorierten Biphenylen (PCB) aufweisen.
"Die von
Rotlachsen in die Seen transportierte PCB-Menge ist größer als der üblicherweise veranschlagte Eintrag aus der Atmosphäre", schreiben die Forscher um Eva Krümmel und Jules Blais im Magazin "Nature".
Die in ihre Geburtsgewässer heimkehrenden Tiere "fungieren als 'biologische Pumpen', indem sie Schadstoffe stromaufwärts tragen, wo sie den Lachsnachwuchs oder Räuber wie Bären, Adler und Menschen
beeinträchtigen könnten."
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PCB wurden beispielsweise in Schmiermitteln oder Imprägnierungen
eingesetzt. Die langlebigen Verbindungen können Organschäden und vermutlich auch Krebs hervorrufen und reichern sich in Nahrungskette an. Meerwasser enthalte pro Liter weniger als 1 Nanogramm (Milliardstel Gramm)
PCB, schreiben die Forscher, das Fettgewebe pazifischer Rotlachse (Oncorhynchus nerka) dagegen bis zu 2.500 Nanogramm pro Gramm. "Das bedeutet, dass eine Million ausgewachsener Lachse mehr als 0,16 Kilogramm
PCB in ihre Laichgebiete tragen, vergleichbar jener Menge, die jährlich bei der Verbrennung von Sondermüll freigesetzt wird."
Indem die Lachse nach dem Ablaichen sterben, wird ein Teil dieser
Schadstofffracht zunächst im Sediment der Laichgewässer deponiert, ermittelte die Gruppe um Krümmel und Blais. In Seen mit einer geringen Lachsdichte enthält jedes Gramm Sediment bis zu 2 Nanogramm PCB. In stark
frequentierten Gewässern mit bis zu 40.000 laichenden Tieren pro Quadratkilometer kann der Wert dagegen 20 Nanogramm PCB pro Gramm Sediment betragen. Aus dem Sediment könnten die Schadstoffe schließlich in die
aquatischen und terrestrischen Nahrungsketten gelangen.
Forschung: Eva M. Krümmel und Jules M. Blais, Department of
Biology, University of Ottawa, Ontario; und andere
Veröffentlicht in Nature, Vol. 425, 18. September 2003, pp 255-6
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