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Sommer 2003 und der Aal im Rhein
Dauerhitze erhitzt Gewässer - 30.000 Aale verenden im Rhein Die anhaltende Hitze im August 2003 hatte Folgen für die Fische im Rhein:
Die Aale starben zu Tausenden. Der Speisefisch gilt als ganz zäher Bursche. Bevor es ihn umhaut, müssen schon außergewöhnliche Faktoren zusammentreffen. Nach Auskunft von Carolin König vom Landesumweltministerium in
NRW begann die Ursachenkette damit, dass die Tiere auf Grund des Niedrigwasserstandes ihre angestammten Lebensräume in den Steinpackungen der Buhnenfelder verlassen und in den Hauptstrom ausweichen mussten. Eine
fatale Folge dieser Wanderung war, dass die Aale in den Schiffsschrauben zerstückelt wurden.
Hinzu kommt, dass die Tiere ohnehin schon durch eine hohe Schadstoffbelastung durch Dioxine (siehe Warnung) in ihrem Fettgewebe vorgeschädigt sind und nun auch noch die hohe Wassertemperatur - 25 Grad im Rhein - und einen starken Bakterienbefall ertragen
müssen. Diese zusätzlichen durch die Hitze verursachten Belastungen haben dazu geführt, dass die so genannte Rotseuche - eine Art Herpesvirus - einen Großteil der Fische befallen hat. Zusätzlich sind die Aale auch
durch Schwimmblaseninfektionen geschwächt.
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Schwindende Bestände Auf dem
nordrhein-westfälischen Rheinabschnitt (225 Kilometer) schätzte man die Verluste auf etwa 15 000 Aale, die gleiche Zahl an toten Tieren habe man auch in den Niederlanden registriert. Jetzt muss
untersucht werden, inwieweit ein derartig massives Aalsterben den Bestand der Art im Rhein in Zukunft bedrohen kann. Eine Aalstudie, die zwei Biologen im Auftrag der Bezirksregierung in Düsseldorf
ausführen, kommt ohnehin zu beunruhigenden Ergebnissen. In dem untersuchten Rheinabschnitt (NRW) registrierten die Wissenschaftler eine
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drastische Abnahme der Bestände zwischen 1997 und 2002. Kleine Aale
unter 30 Zentimetern konnten gar nicht mehr nachgewiesen werden. Noch 1986 waren die Rheinaalbestände in einer anderen Studie als „bedenklich hoch“ eingestuft worden.
Besonders betroffen von der derzeitigen
Hitze sind die Tiere in den Altwassern des Rheines, die zum Teil keine Verbindung mit dem Hauptstrom haben. Hier registrierten Fachleute zum Teil Wassertemperaturen von 30 Grad und massiven Sauerstoffschwund. Im
Altrhein „Roos“ bei Duisburg sind auf Grund dieser extremen Lage etwa 500 bis 600 Fische verendet. Um das Problem zu lindern, wurde hier
massiv Frischwasser aus dem Rhein in den Altarm gepumpt, um die Wasserverhältnisse zu stabilisieren. Im Gegensatz zu den Altrheinarmen bereitet der Sauerstoffgehalt im Rhein selber zurzeit keine Probleme. Auf schädliche Einleitungen sei das Aalsterben jedenfalls nicht zurückzuführen, betont Carolin König. Vielmehr seien für den Aal mehrere Stressfaktoren zusammengekommen und ihm zum Verhängnis geworden. Seit der Sandoz-Katastrophe 1986 habe man kein derartig großes Aalsterben mehr beobachtet.
Nach Angaben der Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG) lagen die Wassertemperatur in den ersten Augusttagen in einigen Flüssen deutlich über Vergleichswerten aus anderen Jahren. So wurden in der Mosel
bei Koblenz 25,9 statt 20,5 Grad gemessen, in der Oder bei Hohenwutzen 25,4 statt 22,5 Grad, in der Elbe bei Magdeburg 23,8 statt 21,5 Grad. Im Rhein bei Koblenz betrug die Temperatur 26,6 Grad statt der üblichen
21,4 Grad.
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