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Rhein und Elbe – Wasserqualität steigt und die Lachse tummeln sich wieder

Aus dem einstigen Entsorgungs- und Schifffahrtskanal wird mehr und mehr ein lebendiger Fluss. Deutschlands längstem Fluss, dem Rhein, geht es nach Expertenangaben wieder erstaunlich gut. "Von Untersuchung zu Untersuchung wird der Fluss lebendiger", teilten Wissenschaftler

     
Rhein bei Köln

Rhein zwischen Köln und Bonn

 

am Dienstag (16.07.2002) nach zweijährigen Forschungen in Köln mit. Die Artenvielfalt im Rhein sei bei weiter verbesserter Wasserqualität auf Vorkriegsniveau gestiegen. Auch der Lachs als "Symbolfisch" für diese Entwicklung werde wieder gesichtet. Der Rhein galt noch vor wenigen Jahrzehnten als einer der schmutzigsten Flüsse der Welt. Anfang der 50er Jahre sei der Lachs im Rhein praktisch ausgestorben gewesen, sagte Anne Schulte-Wülwer-Leidig, stellvertretende Geschäftsführerin der Internationalen Kommission zum Schutz des Rheins (Koblenz), in Köln. Nach einem groß angelegten Sanierungsprogramm Ende der 80erJahre seien 1990 wieder die ersten Lachse im Rhein gesichtet worden. Inzwischen tummele sich der Fisch auch in Ruhr und Sieg. Insgesamt gebe es inzwischen 63 Fischarten im Rhein, 1995 waren es laut Studie noch 45.
"Das ist ein sehr positives Zeichen, dass sich wieder ein normaler Lachsbestand entwickelt", sagte die Wissenschaftlerin. "Für uns ist das der Symbolfisch. Wenn er wieder gut leben kann, fördert man dadurch auch viele andere Fischarten." Zuletzt seien 400 bis 500 Lachse auf ihrer Wanderung in den Rhein zurückgekehrt.
Der Rhein sei in den vergangenen 25 Jahren wieder zum Leben erweckt worden, sagte Professor Hart- mut Amdt vom Zoologischen Institut der Universität zu Köln. Seit etwa zwei Jahren seien die Fische aus dem Rhein wieder für den Verzehr freigegeben. Jetzt müsse ein nächster Schritt gewagt werden. Der Rhein dürfe nicht mehr als Entsorgungs- und Schifffahrtskanal betrachtet werden - "sondern wieder als ein richtiger Fluss".
"Mit der Verbesserung der Wasserqualität sind lange verschwundene Tiere in den Rhein zurückgekehrt", betonte auch Armin Kureck vom Zoologischen Institut der Universität zu Köln. Umstritten unter Wissenschaftlern ist allerdings noch, welche Wirkung von außen eingewanderte Fische, Muscheln und Krebse auf das Ökosystem haben.

       
Elbe bei Dresden

Elbe bei Dresden

   

Auch die Wasserqualität anderer deutscher Flüsse hat sich in den vergangenen zwanzig Jahren deutlich verbessert. In der Elbe ist das Wasser inzwischen so gut, dass zum „Eibebadetag“ am vergangenen Sonntag an rund 50 Badestellen zwischen Riesengebirge und Nordsee Menschen zum Sprung ins Nass eingeladen worden waren. Die Qualität des EIbewassers hat stark von der Wende profitiert. Wissenschaftler zählen heute wieder 94 Fischarten, darunter so empfindliche wie Lachs und Meerforelle in ihrem Strom. Für Angler gilt jedoch die Empfehlung:
Nicht mehr als ein bis zwei Kilogramm Elbfisch pro Monat. Die wasserreiche und wenig für den Schiffsverkehr genutzte Donau gilt nach einer Untersuchung der Landesarbeitsgemeinschaft Wasser (Lawa) als sauberster der großen Flüsse Deutschlands. ( dpa)

Mit dem neuen Programm "Rhein 2020" will die Internationale Kommission zum Schutz des Rheins eine nachhaltige Entwicklung des Flusses in die Wege leiten. Neben einer weiteren Verbesserung der Wasserqualität soll durch einen gezielten Wiederaufbau der Auengebiete auch dem Hochwasserschutz der Anwohner Rechnung getragen werden. Sie glaube. dass dann auch wieder weitgehend unbesorgt an ausgewählten Stellen im Rhein gebadet werden könne, betonte Anne Schulte-Wülwer-Leidig. Dieses Freizeitvergnügen sei wegen der gefährlich hohen Fließgeschwindigkeit und der Bakterienbelastung derzeit noch nicht zu empfehlen. (ddp)




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