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Das Wandern ist des Otters Lust: Lebensräume in Europa vernetzen
<Hankensbüttel, 29.03.2005> Er ist wieder da: der Fischotter. In den letzten Jahren hat er ehemals verlassene Lebensräume zurückerobert, zum Beispiel im
östlichen Niedersachsen. Experten gehen davon aus, dass er auch außerhalb von Schutzgebieten überleben könnte - vorausgesetzt, dass Gewässer- und Feuchtgebiete ausreichend miteinander vernetzt sind. Die Aktion
Fischotterschutz e.V. in Hankensbüttel (Niedersachsen) hat nun mithilfe eines
selbst entwickelten Modells eines geographischen Informationssystems (GIS) eine Grundlage für die Verbindung solcher so genannten Ausbreitungskorridore
mit dem benachbarten Ausland erarbeitet - das “Otter-Habitat-Netzwerk Europa" (OHNE). Finanzielle Unterstützung kam aus Osnabrück: Die Deutsche
Bundesstiftung Umwelt (DBU) förderte das Projekt mit rund 102.000 Euro. Das OHNE-Projekt informiert über die aktuelle Verbreitung des Otters in
Deutschland und seinen Nachbarländern. Die Experten werteten aus, wo die besten Voraussetzungen für die Entwicklung von Verbindungskorridoren bestehen. Dabei bezogen sie die Verfügbarkeit von Gewässern und
Feuchtgebieten ebenso ein wie alle Komponenten, die die Wanderschaft der Otter behindern könnten - von Straßenverkehr und Einwohnerdichte über Landwirtschaft bis zum Nahrungsangebot.
Insgesamt wurden 34.000 so genannte Gitternetzquadrate mit einer Größe von je zehn Quadratkilometern bewertet, davon in Deutschland über 3.600. “In Europa
gibt es mehrere Gebiete, die für die Entwicklung von Verbindungsräumen für den Otter von größter Bedeutung sind", beschreibt Mark Ehlers, Aktion
Fischotterschutz e.V., das Ergebnis. Ein gutes Ergebnis? “Das ist regional sehr unterschiedlich", sagt Ehlers. Allein in Deutschland schätzen die Experten fast 38
Prozent der bewerteten Fläche als kritisch für den Otter ein. Das gilt vorwiegend für die bevölkerungsreiche Mitte und den Süden der Republik, wo das
Konfliktpotential am größten ist. Bessere Chancen gibt es in Norddeutschland.
Um gute “Wanderwege" für den Otter zu finden, haben die Otterexperten die
jeweils kürzeste und ungefährlichste Verbindung zwischen zwei Lebensräumen berechnet und dort Gewässer ermittelt, die als Korridore dienen könnten. “Wir
haben die Ergebnisse europaweit auf zahlreichen Fachveranstaltungen vorgestellt und den zuständigen Behörden übergeben", sagt Ehlers. In der
Metropolregion Hamburg wird nun ein erstes Modellprojekt zur Etablierung von Verbindungskorridoren durchgeführt. Die Fischotterschützer hoffen, mittel- und
langfristig ein europaweites Lebensraum-Netz knüpfen zu können.
Weitere Informationen:
Deutsche Bundesstiftung Umwelt Aktion Fischotterschutz e.V.
Foto: Deutsche Bundesstiftung Umwelt
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