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Dem Dorschbestand in der Nord- und Ostsee geht es schlecht - jetzt werden drastische Fangbeschränkungen gefordert.

Rostock (dpa) - Der Dorschbestand in der

 
 

Ostsee ist gefährdet. In den vergangenen Jahren gingen nicht nur die Fangzahlen drastisch zurück. Die Tiere sind auch oft kleiner als 35 Zentimeter und dürfen damit nicht gefangen, zumindest aber nicht an Land gebracht werden. «In der Arkona-See liegen rund zwei Drittel der gefangenen Dorsche unter diesem Maß», sagte Martina Bleil vom Institut für Ostseefischerei in einem dpa-Gespräch.

«Wir haben einen hohen Anteil an Jungdorschen in den Fängen und nur einen geringen Anteil an größeren Dorschen. Das ist ein großes Problem.» Die Fischer werfen die Fische, die zu klein sind, wieder über Bord. Allerdings verendet auch der weitaus größte Teil dieser Tiere: «Die Überlebenschance liegt bei weit unter 25 Prozent».

Nach Daten des Internationalen Rates für Meeresforschung haben sich die Fangzahlen in der östlichen Ostsee nahezu halbiert: Wurden 1991 noch 122 000 Tonnen Dorsch gefangen, lag diese Zahl im Jahr 2000 bei 66 000 Tonnen. Der Hauptgrund für diese Entwicklung liegt in der intensiven Befischung des Bestandes. «Die Fischereiaktivitäten der letzten Jahrzehnten waren so stark, dass alle marktfähigen Dorsche im Grunde genommen abgefischt sind», sagte Bleil.

Die Wissenschaftler befahren bereits seit zehn Jahren mit dem Forschungskutter «Solea» in regelmäßigen Abständen die Ostsee, um das Fortpflanzungsverhalten der Dorsche und die Reproduktionsbedingungen zu erkunden. Dabei überprüfen sie unter anderem auch das Alter der Fische durch die Analyse der Gehörsteine.

Ein totales Fangverbot für die östliche Ostsee und das Kattegat und drastische Fangbeschränkungen für die übrigen Fanggebiete fordert daher die International Baltic Sea Fishery Commission (IBSFC). Und damit der Rat der Forscher zukünftig auch beachtet wird, kündigt das Bundesministerium für Verbraucher- schutz, Ernährung und Landwirtschaft eine neue Fischereipolitik an.

             

Sprotten gefährden den Dorschbestand in der Ostsee


Hamburg/Kiel/Rostock - Sprotten gefährden nach Mitteilung der Bundesanstalt für Fischerei den Dorschbestand in der Ostsee. Zwar habe die Sprotte für die deutsche

Fischerei nur eine geringe wirtschaftliche Bedeutung. Da sie sich aber unter anderem von Dorschen ernähre und Dorscheier  raube, beeinflusse sie die Entwicklung des Dorschbestandes in der Ostsee, teilte die Behörde am Montag in Hamburg mit.

Auf einer 20-tägigen Forschungsreise mit dem Fischereiforschungsschiff "Walther Herwig III" wollen Wissenschaftler nun die Häufigkeit, Verteilung und die Alterszusammensetzung der Sprottenbestände in der Ostsee zwischen Rügen und Gotland untersuchen. Die Ostsee ist das Hauptverbreitungsgebiet des Dorsches. Unterstützt wird die Expedition von russischen und lettischen Forschungsschiffen.
Für die Bestandsschwankungen der Fischbestände sei nicht allein die Fischerei verantwortlich zu machen, hieß es. Deren Entwicklung hänge von einem komplizierten Wechselspiel einzelner Faktoren ab. Nahrungsangebot, -verfügbarkeit und -qualität würden von Wassertemperatur, Salzgehalt, Strömung, Turbulenz und Licht beeinflusst. Deren Werte wiederum hingen vom Klima ab und seien deshalb Veränderungen unterworfen.

Um die Rolle dieser Faktoren besser zu verstehen, arbeiten seit Anfang des Jahres rund 70 Wissenschaftler aus deutschen meereskundlichen Institutionen in dem vom Bundesministerium für Forschung und Technologie geförderten Forschungsprojekt. An den Untersuchungen solle auch das deutsche Forschungsschiff "Heincke" beteiligt werden. Detaillierte Aufnahmen des Planktons und der Umweltparameter sollen dabei Aufschlüsse darüber geben, in wie weit globale Klimaveränderungen die Fischbestände bedrohen.

„Die Welt“ Onlineausgabe, 07.05.2002

Autor: <og>, 15.03./08.05.2002,
nach Informationen aus verschiedenen Quellen
 




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