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Jagdweise
Kormorane sind Tauchjäger. Sie schwimmen an
der Oberfläche, suchen nach "fischverdächtigen" Stellen und tauchen den Fischen dann nach. Wenn der Kormoran einen Fisch mit dem Hakenschnabel gefasst hat, muss er auftauchen und sich den Fisch so
zurechtrichten, dass er ihn Kopf voran verschlingen kann. Bei kleinen Fischen geht das meist ohne Probleme, größere Fische scheinen relativ oft zu entkommen - allerdings nicht ohne Verletzungen.
Tauchzeit und Tiefe
Die maximale Tauchzeit ist 90 Sekunden. Kormorane können bis 40 m tief tauchen (Beweis: Toter Kormoran in einem auf 40 Meter Tiefe ausgelegten Netz im Zürcher See). Solche Tiefen
werden - weil zu energieintensiv – sicher nur ausnahmsweise aufgesucht. Die übliche Tauchtiefe beträgt 1 bis 10 Meter, aber auch 15 bis 20 Meter sind offenbar kein Problem (Untersuchung an einem holländischen
Baggersee: Laut Echolot befanden sich die Fische in 15 bis 20 Meter Tiefe, die Kormorane brauchten im Schnitt nur 45 Sekunden, um danach zu tauchen und mit einem Fisch im Schnabel wieder an die Oberfläche zu kommen.
In dieser Tiefe gibt es praktisch keinen Lichteinfall mehr, wie sie die Fische dort so zielsicher orten, ist nicht geklärt – aber es ist ein Faktum.)
Kormorane sind "Nahrungsopportunisten"
Sie fressen jene Fische, die sie jeweiligen Gewässer am leichtesten erbeuten können. Bei einem Kormoran in der Schweiz enthielt der Magen 300 Kleinfische von 2 cm Länge. Andererseits wurden Aale bis 75 cm,
Aitel, Barben, Äschen bis 55 cm und 1 kg Gewicht gefunden. Im Schnitt werden mittelgroße, 15 - 25 cm lange, eher schlanke, helle (= gut sichtbare), im Freiwasser lebende Schwarmfische am häufigsten bejagt. Das ist
aber keine Spezialisierung, sondern erklärt sich daraus, dass der Kormoran so wie jedes Tier versucht, seinen Hunger mit möglichst geringem Energieaufwand zu stillen.
Eine Besonderheit: Gemeinsames Jagen
Kormorane jagen gerne in größeren Trupps, wobei sie eine Kette oder einen Halbkreis bilden. Die Fische werden entweder in der Mitte zusammengetrieben oder sie gegen ein Hindernis (Staumauern, Ufer)
gedrängt. Am Zürcher See wurden 4.000 Kormorane, am holländischen Ijsselmeer 10.000 Kormorane bei gemeinsamer Treibjagd beobachtet. Der größte dokumentierte Jagdtrupp in Niederösterreich wurde im Winter 1994/94
an der Gölsen beobachtet – 500 Vögel an einem kaum 10 Meter breiten Flüsschen. In der Ornithologie wird diese Jagdweise als "soziales Jagen" bezeichnet (englisch. social hunting), was aber mit dem gängigen
Begriff von "sozial" wenig zu tun hat. Sowohl bei der Jagd wie innerhalb der Kolonien folgt die Hackordnung dem "Recht des Stärkeren".
Nach der Jagd
Das Gefieder der
Kormorane hat keine wasserabweisende Fettschicht. Das zwar erleichtert das Tauchen, die Vögel können sich aber daher nur kurz im kalten Wasser aufhalten. Nach erfolgreicher Jagd legen die Kormoran eine Ruhepause
ein, um die Federn zu trocknen. Dabei nehmen sie eine ganz typische Haltung ein. Diese Rastpausen dienen auch dazu, die Beute zu verdauen, da sie mit vollem Magen schlecht fliegen können. Werden die Vögel
gestört, kann man regelmäßig beobachten, dass sie die Fische auswürgen, um leichter abfliegen zu können.
Kormorane sind Zugvögel
In Europa gibt es zwei Teilpopulationen des
"Festlandskormorans": Eine östliche, mit Schwerpunkt Ukraine und Donaudelta, die sich donauaufwärts bis Ungarn erstreckt. Und eine nordwestliche in den Anrainerländern der Kanalküste und der Ostsee. Die
hauptsächlichen Brutgebiete des der westlichen Population liegen heute in Holland, Dänemark, Norddeutschland, Polen, den baltischen Staaten und Südschweden. Im Winter ziehen die Kormorane nach Süden – teilweise
entlang der Atlatikküste nach Frankreich, Spanien und Nordafrika, teilweise über Mitteleuropa bis ans Mittelmeer. Zu Beginn des Frühjahrs, im Februar und März, erfolgt die Rückwanderung in die Brutgebiete – welcher
Vogel früher dort ist, hat eine höhere Chance.
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