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Problem Kormoran

 

Das Problem
Biologie & Verhalten
Warum so gefährlich ?

 
 
Kormoran beim Trocknen der Flügel
   

Biologie & Verhalten

Kormorane sind Verwandte der Pelikane. Weltweit gibt es rund 38 Kormoran-Arten. Fast alle davon leben am Meer. Der Große Kormoran (Phalacrocorax carbo) kommt von Labrador über Europa, Zentralasien bis nach Australien vor.

In Europa unterscheiden die Ornithologen zwei Unterarten
Phalacrocorax carbo carbo ("atlantische Rasse")
Phalacrocorax carbo sinensis ("Festlandsrasse")

   

Von Körperbau und Aussehen her sind die beiden Unterarten nicht unterscheidbar. In gewissen Altersklassen soll carbo sinensis mehr weiße Kopffedern haben, was aber keineswegs ein eindeutiges Unterscheidungsmerkmal ist.
Die Unterscheidung beruht im wesentlichen darauf, welches Habitat bevorzugt wird. Der carbo carbo kommt ausschließlich an den Küsten des Atlantik vor, während carbo sinensis sowohl am Meer wie auch im Binnenland auftritt. Der sinensis ist "unser" Kormoran.

"Sinensis" bedeutet übrigens "chinesischer" Kormoran - in China und Japan wird die Art vom Menschen zum Fischen abgerichtet.

Nahrung

Ausschließlich Fische

Größe

Im Schnitt 87 cm. Gemessen wird bei ausgestrecktem Körper von Schnabelspitze bis Ende der Schwanzfedern. Wie bei Menschen gibt es größere und kleinere. Männchen sind deutlich größer (80 – 96 cm) als Weibchen (72 – 90 cm).

Gewicht

Durchschnittsgewicht 2,50 kg. Bisher beobachtetes Minimum 1,70 kg, Maximalgewicht 3,20 kg.

Nahrungsbedarf

Entsprechend hoch ist der Nahrungsbedarf – im Schnitt 500 Gramm Fisch pro Tag, rund 170 kg pro Jahr. (Zum Vergleich: Der Durchschnittsmitteleuropäer verzehrt pro Jahr 98 kg Fleisch und 3 ½ kg Fisch.) 500 Gramm täglich erscheint hoch, entspricht aber der ornithologischen Faustregel: Landraubvögel brauchen pro Tag rund 10%, Wasserraubvögel rund 20% ihres Körpergewichts.
Wie viel Fisch ein Kormoran täglich frisst, war lange ein heißer Diskussionspunkt auch zwischen Vogelkundlern. Natürlich kann das von Tag zu Tag schwanken und ist weiter abhängig davon, wie viel Energie fürs Fliegen und Tauchen verbraucht wird.

Ausgesprochene Kolonievögel

Kormorane sind – wie viele Meeresvogelarten - ausgesprochene Kolonievögel. Wenn sie auftreten, dann fast immer in größeren bis sehr großen Trupps. Im Gegensatz zu anderen Raubvögeln, die einzeln oder paarweise ein bestimmtes Revier besetzen, konzentrieren sich Kormorane in oft riesigen Kolonien (über 8.000 Brutpaare).

Im Winter finden sie sich zur Übernachtung auf zentralen Schlafplätzen zusammen. An der Donau können auf drei Bäumen dichtgedrängt bis zu 800 Vögel beobachtet werden.

   

Habitat

Kormorane bevorzugen möglichst großflächige Gewässer. Das erklärt sich aus ihrer ausgeprägten Neigung zu möglichst großer Kolonien. Eine Kolonie von 1.000 Vögeln benötigt pro Tag 500 kg, pro Monat 15.000 kg Fisch. Die Kormorane suchen daher ihren Schlafplatz an einem Gewässer, wo sie diese Menge tatsächlich erjagen können, ohne zu weit fliegen zu müssen. Das ideale Habitat des Kormorans sind Meeresküsten, flache Seen in Meeresnähe, Flussmündungen und nicht zu tiefe Stauseen. Wichtig - vor allem während der Brutzeit - ist ein dichter Bestand an kleinen Schwarmfischen.

 
 

Jagdweise

Kormorane sind Tauchjäger. Sie schwimmen an der Oberfläche, suchen nach "fischverdächtigen" Stellen und tauchen den Fischen dann nach. Wenn der Kormoran einen Fisch mit dem Hakenschnabel gefasst hat, muss er auftauchen und sich den Fisch so zurechtrichten, dass er ihn Kopf voran verschlingen kann. Bei kleinen Fischen geht das meist ohne Probleme, größere Fische scheinen relativ oft zu entkommen - allerdings nicht ohne Verletzungen.

Tauchzeit und Tiefe

Die maximale Tauchzeit ist 90 Sekunden. Kormorane können bis 40 m tief tauchen (Beweis: Toter Kormoran in einem auf 40 Meter Tiefe ausgelegten Netz im Zürcher See). Solche Tiefen werden - weil zu energieintensiv – sicher nur ausnahmsweise aufgesucht. Die übliche Tauchtiefe beträgt 1 bis 10 Meter, aber auch 15 bis 20 Meter sind offenbar kein Problem (Untersuchung an einem holländischen Baggersee: Laut Echolot befanden sich die Fische in 15 bis 20 Meter Tiefe, die Kormorane brauchten im Schnitt nur 45 Sekunden, um danach zu tauchen und mit einem Fisch im Schnabel wieder an die Oberfläche zu kommen. In dieser Tiefe gibt es praktisch keinen Lichteinfall mehr, wie sie die Fische dort so zielsicher orten, ist nicht geklärt – aber es ist ein Faktum.)

Kormorane sind "Nahrungsopportunisten"

Sie fressen jene Fische, die sie jeweiligen Gewässer am leichtesten erbeuten können. Bei einem Kormoran in der Schweiz enthielt der Magen 300 Kleinfische von 2 cm Länge. Andererseits wurden Aale bis 75 cm, Aitel, Barben, Äschen bis 55 cm und 1 kg Gewicht gefunden. Im Schnitt werden mittelgroße, 15 - 25 cm lange, eher schlanke, helle (= gut sichtbare), im Freiwasser lebende Schwarmfische am häufigsten bejagt. Das ist aber keine Spezialisierung, sondern erklärt sich daraus, dass der Kormoran so wie jedes Tier versucht, seinen Hunger mit möglichst geringem Energieaufwand zu stillen.

Eine Besonderheit: Gemeinsames Jagen

Kormorane jagen gerne in größeren Trupps, wobei sie eine Kette oder einen Halbkreis bilden. Die Fische werden entweder in der Mitte zusammengetrieben oder sie gegen ein Hindernis (Staumauern, Ufer) gedrängt.
Am Zürcher See wurden 4.000 Kormorane, am holländischen Ijsselmeer 10.000 Kormorane bei gemeinsamer Treibjagd beobachtet. Der größte dokumentierte Jagdtrupp in Niederösterreich wurde im Winter 1994/94 an der Gölsen beobachtet – 500 Vögel an einem kaum 10 Meter breiten Flüsschen. In der Ornithologie wird diese Jagdweise als "soziales Jagen" bezeichnet (englisch. social hunting), was aber mit dem gängigen Begriff von "sozial" wenig zu tun hat. Sowohl bei der Jagd wie innerhalb der Kolonien folgt die Hackordnung dem "Recht des Stärkeren".

Nach der Jagd

Das Gefieder der Kormorane hat keine wasserabweisende Fettschicht. Das zwar erleichtert das Tauchen, die Vögel können sich aber daher nur kurz im kalten Wasser aufhalten. Nach erfolgreicher Jagd legen die Kormoran eine Ruhepause ein, um die Federn zu trocknen. Dabei nehmen sie eine ganz typische Haltung ein.
Diese Rastpausen dienen auch dazu, die Beute zu verdauen, da sie mit vollem Magen schlecht fliegen können. Werden die Vögel gestört, kann man regelmäßig beobachten, dass sie die Fische auswürgen, um leichter abfliegen zu können.

Kormorane sind Zugvögel

In Europa gibt es zwei Teilpopulationen des "Festlandskormorans": Eine östliche, mit Schwerpunkt Ukraine und Donaudelta, die sich donauaufwärts bis Ungarn erstreckt. Und eine nordwestliche in den Anrainerländern der Kanalküste und der Ostsee. Die hauptsächlichen Brutgebiete des der westlichen Population liegen heute in Holland, Dänemark, Norddeutschland, Polen, den baltischen Staaten und Südschweden.
Im Winter ziehen die Kormorane nach Süden – teilweise entlang der Atlatikküste nach Frankreich, Spanien und Nordafrika, teilweise über Mitteleuropa bis ans Mittelmeer. Zu Beginn des Frühjahrs, im Februar und März, erfolgt die Rückwanderung in die Brutgebiete – welcher Vogel früher dort ist, hat eine höhere Chance.

   

nach Informationen von “Österreichisches Kuratorium für Fischerei und Gewässerschutz




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