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Regen bei Marienthal (Nittenau)

Im Juli 2001 hatte ich Urlaub und wollte die Gelegenheit nutzen, an einem neuen Gewässer ein paar Fische zu fangen und mal eine andere Umgebung als am heimatlichen Neckar zu sehen. Mein Freund und Rutenträger Rolf war von diesem Gedanken auch angetan, weshalb ich mich am vergangenen Sonntag auf die Suche nach einem interessanten Angelrevier machte. Im Internet fand ich dann einen

 

Bericht zum Regen bei Nittenau, der mich spontan überzeugte. Diesen sagenhaften Fischreichtum wollte ich mir unbedingt mal selbst anschauen.

Zu dem Fluss Regen ist mir eigentlich nur Regensburg eingefallen, dass ich irgendwo im tiefsten Bayern angesiedelt habe. Alle Franken mögen mir diesen Irrglauben verzeihen, allen Nicht-Franken sei gesagt, dass man einen Franken am meisten beleidigen kann, wenn man ihn für einen Bayern hält, auch wenn Franken geographisch vielleicht in Bayern liegen mag..... Ein Blick auf die Karte verriet mir die genaue Lage von Nittenau: Von Nürnberg aus fährt man noch ca. 100 Kilometer, zuerst nach Amberg, dann nach Schwandorf und von dort immer Richtung Regensburg. Irgendwann stößt man automatisch auf den Regen und am Regen dann auf Nittenau. Die von mir beschriebenen Stellen liegen noch ca. 10 Kilometer hinter Nittenau, bei Marienthal (direkt am Regen gelegen, aber wahrscheinlich auf keiner Karte zu finden).

Schon bei der Fahrt am Regen entlang lacht das Anglerherz! Zu offensichtlich ist der Fischreichtum, die Flussstrecke bietet einfach Platz für alle Fischarten. Der Regen ist zwischen 60 und 100 Meter breit und erreicht Tiefen bis zu 4 Metern. Der Großteil des Flusses ist jedoch recht flach (ca. 50 Zentimeter) und auf weite Strecken stark verkrautet. Hauptmerkmal des Flusses sind große Findlinge, die überall im Fluss liegen und hinter denen sich oft ein sehr Erfolgsversprechendes Kehrwasser bildet. Die Einheimischen behaupten „Jeder Stein hat seinen Fisch“, doch so leicht ist die Sache nicht. Tatsächlich sind der Großteil so genannte „Tote Steine“, also Steine, hinter denen sich kein Kehrwasser bildet, da sie die falsche Form haben. Daher ein wichtiger Tipp: Bleibt weg von runden Steinen; nur Steine, welche am stromabwärts gelegenen Ende abgebrochen sind, bieten wirkliche Fangchancen. Der Flussgrund ist über weite Strecken sehr steinig und macht einen hohen Materialeinsatz erforderlich. Die Rinne ist jedoch in aller Regel frei von Unrat und Steinen und lässt sich gut befischen, allerdings sind Bleie von 40 - 100 Gramm notwendig.
Fische gibt es im Regen wie Sand am Meer; fast alle Fischarten des Süßwassers sind vertreten. Besonders geworben wird immer mit den guten Welsbeständen, doch auch Hecht, Zander, Rapfen, Karpfen, Barsche, Aale, Quappen und haufenweiße Weißfisch sind vorhanden. Lediglich Forellen kommen nicht vor, obwohl der Fluss auch für sie eigentlich hervorragende Lebensbedingungen bieten würde - wären da nicht die Waller.....

 
   

Nun folgt die Schilderung eines Abends, die vielleicht dazu beitragen kann, dass manche Nicht-Angler meine Leidenschaft für dieses Hobby nachvollziehen können:
Um 20.00 Uhr kamen wir an unserem Angelplatz an. Dieser befand sich kurz vor Hirschling auf der linken Flussseite. Dort hat es wunderschöne Wiesen mit ein paar wenigen Bäumen, dann der Fluss mit seinen weißen Findlingen und auf der Gegenseite ein Berghang mit einem dunklen Tannenwald. Schon optisch ein Genuss! Am Wasser angekommen habe ich den ersten Tauwurm auf den Haken geschoben und ins Wasser geworfen. Während ich den nächsten Wurm auf die zweite Angel machen wollte: „klingeling“. Eine Minute später hatte ich eine Güster von 20 Zentimetern an Land gezogen. Nachdem ich sie vom Haken befreit hatte, durfte sie wieder weiterschwimmen. Neuer Wurm war gleich zur Hand und die Angel kurz darauf wieder im Flachzonenbereich des Wassers. Auch die zweite Angel wurde bestückt und in die Flussmitte befördert. So saßen wir also nach diesem Schnellstart da und harrten der Dinge, die da kommen sollten. Und sie kamen! Zuerst schwamm ein Biber vorbei und stieg am anderen Ufer ans Land. Wir waren von der tatsächlichen Größe des Bibers mehr als beeindruckt; dem kleinen Kopf nach zu urteilen (den man im Wasser gesehen hat) hätten wir nie mit einem Tier von weit über einem Meter Länge und ca. 40 Pfund gerechnet. Irgendwann verschwand der Biber und die Dämmerung zog auf. Mit der Dämmerung kamen Unmengen an Schnaken und wollten etwas von uns kosten. Alleine am rechten Fuß habe ich am Sockenrand 18 Stiche.... „klingeling“ - die abendliche Idylle wurde durch leises Klingeln gestört und eine Brasse wurde ans Land gezogen und gleich wieder zurückgesetzt. Während dieser Aktion kam auch von Angel Nr.2 ein immer heftiger werdendes Klingeln und ein Aal von 60 Zentimetern kam uns kurzzeitig besuchen. So langsam wurde es stressig. Mittlerweile war es dunkel geworden und die Fledermäuse flogen um unsere Köpfe und befreiten uns von den Vampiren. Aus dem gegenüberliegenden Wald hörten wir ein Käuzchen und lauschten dem Scharren und Grunzen einer größeren Wildschweinrotte. Wir lauschten andächtig, bis ein sehr heftiges „klingeling“ ertönte, meine eine Rute aus ihrer Halterung gerissen wurde und dann erschreckend schnell in Richtung Fluss wanderte. Jabber natürlich hinterher. Kurz bevor die Angel im Wasser gelandet wäre, habe ich sie dann noch erwischt. Keine 10 Sekunden später war meine monofile 0,45-er Schnur gerissen und der (vermutliche) Wels weitergeschwommen. Ein paar wunderschöne Sternschnuppen entschädigten uns für den entgangenen Fang. Ein paar „klingelings“ später (2 Güstern, 1 Barsch, 1 Frauennerfling) kam aus der Strommitte nochmals ein sehr heftiges „klingeling“. Schon beim Anschlag war mir klar, dass es sich diesmal nicht um einen kleinen Weißfisch handeln konnte, da die Gegenwehr viel zu heftig war und mir einiges abverlangte. Zum Vorschein kam ein Aal, aber was für einer! Mit einer Länge von 70 Zentimetern war er zwar nicht der Längste meines bisherigen Anglerlebens, mit seinen 4 Pfund jedoch bestimmt der Schwerste! Ich hätte nie erwartet, dass ein Aal in dieser Länge den Umfang eines Unterarms haben könnte. Die Freude über diesen monströsen Fang war so groß, dass ich die noch folgende Weißfischflut gar nicht mehr richtig gewürdigt habe. Bis Mitternacht hatten wir ca. 15 Fische gefangen. Den insgeheim erhofften Wels konnten wir zwar nicht landen, ein Erfolg vor beeindruckender Naturkulisse war es allemal. Was auch sehr beeindruckend war, waren die raubenden Fische im Regen. Ich habe noch nie so viele Platscher von wirklich großen und schweren Fischen gehört wie in den Nächten am Regen.

   

Unterkunft findet man am Regen in vielen Privatpensionen und Gasthöfen, die Übernachtung ist bereits für ca. 20 € zu haben. Eine ausführliche Liste der Pensionen findet man unter www.nittenau.de. Wir waren zu Gast im Gasthof Wittmann in Marienthal (siehe Bild - http://mon.de/opf/Wittmann.199396/). Die Übernachtung (inkl. tollem Frühstück) im Doppelzimmer kostete pro Person 17 €, doch das Zimmer war recht bescheiden (Bett, Schrank, Waschbecken). Bessere Zimmer stehen auch zur Verfügung (mit Bad/WC, TV und Minibar), sind jedoch meist lange im Voraus reserviert und kosten 26 € pro Person/Nacht. Vorteil des Gasthofes Wittmann ist die absolute Nähe zum Wasser (20 Meter) und der angeschlossene Biergarten, in dem man ausgesprochen günstig von der umfangreichen Karte etwas bestellen konnte. Außerdem findet man als

 
 

Angler im Gasthof Wittmann immer Gleichgesinnte (die teilweise schon seit 30 Jahren jedes Jahr wiederkommen) und kann sich über die besten Plätze austauschen. Der entscheidende Punkt, der für das Gasthaus Wittmann spricht, ist jedoch die 5 Kilometer lange Flussstrecke von Marienthal nach Hirschling, für die man nur als Pensionsgast eine Karte erhält und die daher lange nicht so überfischt ist, wie andere Teile des Regens. Die Kosten für die Angelkarte betragen für einen Tag 7,50 €, für eine Woche DM 31 €.
ACHTUNG Handynutzer: Der Gasthof befindet sich in einem Funkloch; Ihr habt also wirklich Urlaub und seid nicht erreichbar!

Gasthof Marienthal
Max Wittmann
93128 Marienthal 3
Tel.: 09436/90047
Fax: 09436/90049

Fazit: Der Regen wird uns wieder sehen! Auch wenn die Waller (Wels) hauptsächlich von Profis gefangen werden, bietet der Fluss für Naturbegeisterte Angler unzählige Eindrücke. Die Fische, die wir nächtens gehört haben, verdienen (wegen ihrer offensichtlichen Größe) besondere Beachtung. Nächstes Jahr holen wir sie uns!

 
       

Wenn Ihr an anderen Flussstrecken rund um Nittenau angeln wollt, so sind die Erlaubnisscheine im Touristikbüro in Nittenau, Hauptstrasse 14 oder im Angelgeschäft Menath, Am Anger 18, erhältlich. Die Tageskarte kostet 8 €, die Wochenkarte 50 €. Eine genaue Übersicht zu den einzelnen Fischwassern findet Ihr unter

www.nittenau.de/touristik/angelgewaesser.html.

Autor: <jabberwocky666>, 30.05.2002

 

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