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durch. Mittlerweile hat sich die Aquakultur in den Tropen zu einem
florierenden Wirtschaftszweig entwickelt.
Die asiatischen Länder, insbesondere Thailand, Indonesien,
Bangladesh, China und Indien verfügen zusammen über etwa 1,2 Millionen Hektar Zuchtteiche für "Krabben". Ein zweites Zentrum mit etwa 200.000 Hektar befindet sich an der Westküste Amerikas, überwiegend in
Ecuador. Verbraucherländer sind die USA, Europa und Japan. Der jährliche Pro-Kopf-Konsum liegt in diesen Ländern zwischen 1,2 und 3 kg. Das sind etwa 20% des Welthandels mit Meerestieren.
Shrimpsproduktion - der Preis ist heiß
Die Küsten Südostasiens von China bis Indien sind gesäumt von
Shrimpsteichen, nahtlos aneinandergereiht wie eine endlose Perlenkette. Sie bringen nicht nur Devisen, sie verbrauchen in großem Maße natürliche Ressourcen, verursachen soziale Unruhen und hinterlassen
verschmutztes, unfruchtbares Land. In Asien mussten den Farmen meist Mangrovenwälder weichen. Sie sind die Kinderstube zahlreicher ökonomisch wichtiger Fischarten und Krebse, die der ansässigen Bevölkerung als
Nahrung dienen. Die Wälder reinigen außerdem das Wasser und schützen die Küste vor Erosion. Gerade in Bangladesh begünstigen die vielen Shrimpsfarmen inzwischen Schäden durch Flutkatastrophen.
Garnelen sind Fleischfresser und werden zu 25 bis 50% mit Fisch
gefüttert. Die thailändische Fischereiflotte hat den Golf von Thailand soweit leergefischt, dass sie überwiegend auf den Fang kleiner Fischarten angewiesen ist, die nicht marktfähig sind. Dadurch blieb zumindest der
Gesamtfang konstant. Inzwischen muss 70% des Fangs zu Fischmehl verarbeitet werden. Dieses billige Fischmehl schuf die Grundlage für die thailändische Aquakultur-Industrie.
Nach 5-10 Jahren, manchmal schon nach zwei Jahren, sind die Teiche
nicht mehr zu gebrauchen, sie sind zugesetzt von Sedimenten aus Fäkalien, Algen, Futterresten und Düngemitteln wie Mist. Weil Land billig ist, gibt man sie auf und legt weiter landeinwärts neue Teiche an. Nun muss
ständig frisches Meerwasser über Pipelines hineingepumpt werden. Ebenso energieaufwendig ist das Hineinblasen von Luft um den Sauerstoffgehalt zu regulieren. Für 1 t Shrimps benötigt man 50 Mio. l Wasser, etwa die
Hälfte Süßwasser. Dadurch kommt es mancherorts zur Verknappung von Trinkwasser.
Das Meerwasser versalzt wiederum das Land. Das Abwasser hingegen
gefährdet die Korallenriffe vor der Küste. Es kommt zur Eutrophierung. Praktisch alle shrimpsproduzierenden Länder litten unter "Red Tides", d.h. giftigen Algenblüten. Fische und Muscheln, die davon
fressen, sind ihrerseits für den Menschen giftig. Durch die Aquakultur wurden die bisher öffentlich zugänglichen Küsten privatisiert und mancherorts der ansässigen Bevölkerung der Zugang zum Meer genommen. Da dies
den Fischfang behinderte, waren soziale Unruhen die Folge.
Die Shrimpsproduktion bringt zwar gute Renditen, schafft aber kaum
Arbeitsplätze. Für 1 t Garnelen reicht eine Arbeitskraft. Die Ansässigen haben wegen des hohen Kapitalbedarfs auch kaum die Möglichkeit selbst aktiv zu werden. So sind es mittlerweile internationale Konzerne, die
das Shrimpsgeschäft von der Brüterei bis zu den Absatzkanälen in der Hand halten. Die Menschen vor Ort haben außer dem Geld aus Pacht oder Hilfsarbeiterjobs wenig davon. Auf den ökologischen Folgeschäden bleiben sie
aber sitzen, wenn die Produktion weiterzieht.
Bisher greifen weder Regierungen noch die Wirtschaft ein, um die
Nachhaltigkeit dieser Industrie zu sichern. Dabei könnte man bei entsprechender Propaganda wahrscheinlich einen Teil der sozialen und ökologischen Kosten an den Verbraucher weitergeben.
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