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und Krankheitserregern anreichern. Umso mehr als sie in stark
verschmutzten, d. h. nährstoffreichen Gewässern besonders gut gedeihen. Zudem werden sie mitsamt des besonders belasteten Verdauungstraktes verspeist, noch dazu meist roh oder nur leicht gedünstet.
Der Kalk für die Schalen stammt übrigens auch aus dem Untergrund,
woraus ihn die Muschel mit Hilfe der Atmungskohlensäure löst. Ihr Gehäuse kann sie mit Hilfe eines Schließmuskels schnell, fest und wochenlang verriegeln. So schützt sich die Muschel sowohl vor Blitzangriffen als
auch vor Belagerern wie Seesternen.
Drehscheibe für Viren
Muscheln sind die Hauptüberträger von virusbedingten
Lebensmittelinfektionen: Neben Hepatitis A sind vor allem Infektionen mit Norwalk-Viren durch Muscheln beschrieben. Anreicherungsversuche ergaben, dass Miesmuscheln in nur 6 Stunden bis zu 56% der ins Wasser
eingebrachten humanpathogenen Adeno- und Rotavieren akkumulieren.
In der Natur sind Muscheln aber nicht nur dort belastet, wo
Fäkalien ins Wasser geleitet werden: Selbst an Stellen, die als sauber, sicher zum Baden und geeignet zur Muschelernte eingestuft wurden, fanden sich pathogene Rota- und Adenoviren. Üblicherweise wird die
Gewässerbeschaffenheit anhand der bakteriologischen Qualität beurteilt. Daraus lassen sich jedoch keine Aussagen über eine Belastung mit Viren ableiten.
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