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Lachsfarming als Ausweg?
Große Hoffnungen setzte man in Lachsfarmen. Man hoffte, dass
dadurch das vermehrte Angebot an Farmfischen ein Nachstellen auf Wildlachse nicht mehr lohnen würde. Tatsächlich wurde der Markt dadurch entlastet, doch bald entwickelte sich das Lachsfarming zum Bumerang.
Das breitere Angebot brachte die Preise bald zum Sinken.
Langfristig so stark, dass heute jedes Kühlhaus übervoll und der Markt mehr als gesättigt ist.
So positiv dieser Aspekt aus der Sicht des Lachsfangs mit Rute und
Rolle wegen der geringeren Ausbeutung der Wildlachsbestände wirken mag, so gravierend greifen die Nebeneffekte der Lachszucht in Netzgehegen in die natürlichen Gleichgewichte ein.
Genetische Verfremdung
Eine Massentierhaltung, vor allem aber das Lachsfarming, bringt
große Gefahren mit sich - nicht nur für die gezüchteten Fische selbst. Bedingt durch den Stress sind die Fisch sehr anfällig gegen Krankheiten und den damit einhergehenden Befall von Parasiten. Die Lachsfarmer
versuchen, dies zwar durch intensiven Einsatz von Medikamenten zu verhindern, oft aber ohne Erfolg. Immer häufiger kommt es vor, dass die Lachsfarmer die von Krankheit befallenen Bestände einfach freilassen, sei es
um der Entsorgung aus dem Weg zu gehen oder auf dem Papier einen versicherungstechnisch relevanten Tatbestand (Ausbruch der Zuchtfische) zu erzeugen. Daneben brechen aber, besonders in Sturmwetterlagen, auch
zahlreiche (noch gesunde) Lachse aus und steigen wie Wildlachse in die Flüsse auf. In manchen Flüssen beträgt der Anteil an Farmlachsen an den Aufsteigern schon bis zu 30%.
Umfangreiche Untersuchungen haben nun zweifelsfrei bestätigt, dass
sich die Wildlachse mit Farmlachsen kreuzen. Dadurch ist eine genetische Verunreinigung der einzelnen Wildlachsstämme vorprogrammiert.
Es bleibt abzuwarten, inwieweit Urinstinkte verändert oder gar
ausgelöscht werden. Bei den existierenden Mengenverhältnissen zwischen Farm- und Wildlachsbeständen (in norwegischen Flussmündungen und Fjorden häufig 50:1 und mehr) kann es nur eine Frage der Zeit sein, bis wilde
Lokalpopulationen sich in Richtung auf die künstlich auf Zuwachs optimierten Erbeigenschaften des Mastlachses hin verändert.
Ein Paradies für Parasiten
Aber auch die angesprochenen Parasiten selbst stellen eine große Gefahr dar:
Im Westen Irlands sind die Meerforellenbestände derzeit in ihrem
Bestand akut gefährdet. Es hat sich herausgestellt, dass im Bereich der Netzkäfige eine explosionsartige Vermehrung von Meerläusen stattfindet. Diese befallen die Meerforellen-Smolts in solchem Maße, dass diese
verenden oder ein Kümmerdasein fristen. Da die Meerläuse auch die Farmfische befallen, versuchen die Lachsfarmer wiederum Abhilfe in Form der Chemiekeule zu schaffen.
Koordination tut not
In einem angemessenen Verhältnis könnte das Lachsfarming durchaus
positiv zum Erhalt der Wildlachsund Meerforellenbestände beitragen. Dazu sind vor allem strenge Reglementierungen und Vorschriften für die Betreiber notwendig. Auf der gesamten Nordhalbkugel werden heute Lachse für
den Markt gemästet - ein internationales Problem.
Quelle (2. Teil des Artikels): Lachs- und Meerforellen-Sozietät e.V.
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