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Lachsfarm in Norwegen
   

Der konventionelle Fischfang befriedigt längst nicht mehr die Nachfrage der Gourmets.
Seit die Norweger vor 27 Jahren begonnen haben, den Salmon salar, den atlantischen Lachs, zu züchten, hat sich der Bestand im Durchschnitt alle 4 Jahre verdoppelt. Die Preise haben sich von 75 Mark pro Kilo Wildlachs auf 20 Mark pro Kilo Zuchtlachs reduziert.

 

Schlemmereien, die ihren Preis haben: Heute züchten die Norweger jährlich über 300.000 Tonnen Mastlachs, mit dem mehr als 10 000 Güterwaggons beladen werden. Das sind genauso viel wie Schottland, Chile und die dänischen Färöer-Inseln gemeinsam auf dem Markt bringen. In der Hauptsaison werden in Norwegen zeitweilig 100 Millionen Lachse in rund 2000 Mastanlagen gehalten – ein idealer Nährboden für Parasiten und Infektionen. Da die Zuchtanlagen oft nur durch Netze abgegrenzt sind, können die Krankheiten auf die natürlichen Bestände übergreifen.

Eine Furunkulose-Epidemie schreckte beispielsweise die Norweger Mitte der 80er-Jahre. Der Erreger war mit jungen Farmfischen aus Schottland eingeschleppt worden und übertrug sich rasend schnell auf Mästereien und Wildbestände. 50 Tonnen Antibiotika setzten der Seuche ein Ende. Heute werden Junglachse gegen Furunkulose geimpft.

Ende der 80er-Jahre befiel der Saugwurm Gyrodactylus Lachse in 40 Flüssen und Bächen. Er fraß sich durch die Haut der Fische und dezimierte ihre Bestände. In ihrer Verzweiflung kippten die Norweger das Insektenvernichtungsmittel Rotenon in die Gewässer. Die Folge: Neben den Parasiten ging auch anderes Leben im Wasser zu Grunde.

Heute bereitet vor allem die Lachslaus Lepeophtheirus salmonis den Züchtern Kopfzerbrechen. Sie saugt sich vor allem an Lachs und Seeforelle an und vermehrt sich im Schleim der Fischhaut. Vorsorglich behandeln die Züchter die Fische mit Medikamenten wie Ivermectin oder Malachitgrün. Rückstände davon sind im Fleisch angeblich nicht nachweisbar. Befallene Fische kommen nicht auf den Markt, die Schlachtereien sortieren selbst Fische mit geringen Hautschäden aus und verarbeiten diese weiter zu Tierfutter. Erinnern wir uns, BSE fing auch so an.

 
   

Wie wird das Fleisch von Zuchtlachsen rot? Die Antwort lesen sie hier (externer Link)
Und BASF gibt auch gleich die Anleitung (pdf) dazu.

   

Lachsfarming als Ausweg?

Große Hoffnungen setzte man in Lachsfarmen. Man hoffte, dass dadurch das vermehrte Angebot an Farmfischen ein Nachstellen auf Wildlachse nicht mehr lohnen würde. Tatsächlich wurde der Markt dadurch entlastet, doch bald entwickelte sich das Lachsfarming zum Bumerang.

Das breitere Angebot brachte die Preise bald zum Sinken. Langfristig so stark, dass heute jedes Kühlhaus übervoll und der Markt mehr als gesättigt ist.

So positiv dieser Aspekt aus der Sicht des Lachsfangs mit Rute und Rolle wegen der geringeren Ausbeutung der Wildlachsbestände wirken mag, so gravierend greifen die Nebeneffekte der Lachszucht in Netzgehegen in die natürlichen Gleichgewichte ein.

Genetische Verfremdung

Eine Massentierhaltung, vor allem aber das Lachsfarming, bringt große Gefahren mit sich - nicht nur für die gezüchteten Fische selbst. Bedingt durch den Stress sind die Fisch sehr anfällig gegen Krankheiten und den damit einhergehenden Befall von Parasiten. Die Lachsfarmer versuchen, dies zwar durch intensiven Einsatz von Medikamenten zu verhindern, oft aber ohne Erfolg. Immer häufiger kommt es vor, dass die Lachsfarmer die von Krankheit befallenen Bestände einfach freilassen, sei es um der Entsorgung aus dem Weg zu gehen oder auf dem Papier einen versicherungstechnisch relevanten Tatbestand (Ausbruch der Zuchtfische) zu erzeugen. Daneben brechen aber, besonders in Sturmwetterlagen, auch zahlreiche (noch gesunde) Lachse aus und steigen wie Wildlachse in die Flüsse auf. In manchen Flüssen beträgt der Anteil an Farmlachsen an den Aufsteigern schon bis zu 30%.

Umfangreiche Untersuchungen haben nun zweifelsfrei bestätigt, dass sich die Wildlachse mit Farmlachsen kreuzen. Dadurch ist eine genetische Verunreinigung der einzelnen Wildlachsstämme vorprogrammiert.

Es bleibt abzuwarten, inwieweit Urinstinkte verändert oder gar ausgelöscht werden. Bei den existierenden Mengenverhältnissen zwischen Farm- und Wildlachsbeständen (in norwegischen Flussmündungen und Fjorden häufig 50:1 und mehr) kann es nur eine Frage der Zeit sein, bis wilde Lokalpopulationen sich in Richtung auf die künstlich auf Zuwachs optimierten Erbeigenschaften des Mastlachses hin verändert.

Ein Paradies für Parasiten

Aber auch die angesprochenen Parasiten selbst stellen eine große Gefahr dar:

Im Westen Irlands sind die Meerforellenbestände derzeit in ihrem Bestand akut gefährdet. Es hat sich herausgestellt, dass im Bereich der Netzkäfige eine explosionsartige Vermehrung von Meerläusen stattfindet. Diese befallen die Meerforellen-Smolts in solchem Maße, dass diese verenden oder ein Kümmerdasein fristen. Da die Meerläuse auch die Farmfische befallen, versuchen die Lachsfarmer wiederum Abhilfe in Form der Chemiekeule zu schaffen.

Koordination tut not

In einem angemessenen Verhältnis könnte das Lachsfarming durchaus positiv zum Erhalt der Wildlachsund Meerforellenbestände beitragen. Dazu sind vor allem strenge Reglementierungen und Vorschriften für die Betreiber notwendig. Auf der gesamten Nordhalbkugel werden heute Lachse für den Markt gemästet - ein internationales Problem.

Quelle (2. Teil des Artikels): Lachs- und Meerforellen-Sozietät e.V.




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