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während der Weltkriege. Seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion
unterlaufen organisierte Banden von Wilderern die Schutzbestimmungen.
Zudem macht die Umweltverschmutzung den Fischen schwer zu schaffen.
1990 wiesen alle untersuchten Stör-Eier aus der Wolga schwere histopathologische Veränderungen auf, der größte Teil der Embryonen war nicht lebensfähig. Rückstände aus Raffinerien, Pestizide aus der Landwirtschaft
und Abwässer aus Atomkraftwerken vergiften das Wasser. Die Folge sind Massensterben in der Nähe städtischer Kläranlagen oder von Chemiewerken mit Hunderttausenden von toten Stören.
Die Dämme der Wasserkraftwerke behindern den Weg der Störe zu ihren
Laichgründen. So verschwanden sie aus Elbe, Oder, Rhein und Weichsel, später auch aus der Donau. Der Krasnodar-Damm beendete 1974 die Fortpflanzung der Störe aus dem Asow´schen Meer. Der Zugang zur Wolga aus dem
Kaspischen Meer war mit dem Bau des Wolgograder Dammes versperrt, das Gleiche wiederholte sich im Guadalquivir mit dem Alcal de Rio-Damm.
Die Störe, denen die Reise dennoch gelingt, finden vielerorts keine
Laichgründe mehr. In Donau, Guadalquivir und Garonne verschwanden sie durch die Entnahme von Sand und Kies für die Bauindustrie. Kanäle leiten Wasser aus den Flüssen, so dass die Plätze austrocknen. Die wenigen
Jungfische, die noch flussabwärts schwimmen, werden von den Turbinen der Wasserkraftwerke getötet.
Als Reaktion auf die Umgestaltung der Flusslandschaften wurden in
Russland Brütereien gebaut, die jährlich 100 Mio. Jungfische aussetzen. Aus diesen Brütereien stammen heute praktisch alle Störe, die in der Wolga-Kaspi-Region gefangen werden. Sie machen 90% der Fänge aus.
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