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Fischereiverordnung für den st.gallischen Rhein
vom 9. Februar 1982

Landammann und Regierungsrat des Kantons St.Gallen erlassen, gestützt auf Art. 3 des Gesetzes über das Fischereiregal vom 13. Juni 1927, in Anwendung der Bundesgesetzgebung über die Fischerei, als Verordnung:

I. Allgemeine Bestimmungen
Geltungsbereich
Art. 1.
1 Diese Verordnung regelt die Ausübung der Fischerei im st.gallischen Rhein zwischen Grenzstein Nr. 2 bei km 24.3 und Grenzstein Nr. 1 beim Bruggerhorn.
2 Auf die Fischerei im Alten Rhein und in den Binnengewässern des Rheintals findet die Verordnung keine Anwendung. Als Grenze zwischen dem Rhein und den Zuflüssen gilt die Fortsetzung der Wasserlinie des Rheins über die Mündung des Zuflusses.

Anwendung der Fischereiverordnung
Art. 2.
1 Soweit diese Verordnung nichts anderes bestimmt, werden die Vorschriften der Fischereiverordnung angewendet.

II. Fischereiberechtigung
Patent
Art. 3.
1 Die Berechtigung zur Ausübung der Fischerei wird durch Patent erworben.
2 Sie kann Personen erteilt werden, die das 16. Altersjahr zurückgelegt haben.
3 Es werden Jahrespatente und Patente für die Dauer von dreissig aufeinanderfolgenden Tagen erteilt.

III. Fanggeräte und Fangausübung
Fanggeräte
Art. 4.
1 Der Fischfang darf nur mit der Angelrute betrieben werden. Sie kann für die Flug-, Spinn- und Grundangelfischerei eingesetzt werden.
2 Die gleichzeitige Verwendung mehrerer Angelruten durch die gleiche Person ist untersagt.
3 Die Angelrute darf höchstens mit drei einfachen oder mit zwei Zwei- oder Dreiangeln ausgerüstet sein. Angeln mit Widerhaken sind verboten.
4 Während des Fischfangs muss die Angelrute ständig überwacht werden.

Köder
Art. 5.
1 Als Köderfische werden nur tote Fische verwendet, für die weder Schonmasse noch Schonzeiten bestehen, und keine Fische der Fischarten mit Gefährdungsstatus 1 bis 3.
2 Untersagt ist die Verwendung von:
a) mehreren natürlichen oder künstlichen Fischen gleichzeitig;
b) natürlichen und künstlichen Fischeiern.
Löffel, Spinner, natürliche und künstliche Köderfische

Art. 6.
1 Die Verwendung von Löffeln, Spinnern sowie künstlichen und natürlichen Köderfischen ist vom 1. Oktober bis 31. Januar untersagt.

IV. Fischereiwirtschaft
Schonzeiten
Art. 7.
1 Die Schonzeiten dauern für:
a) Seeforellen 1. August bis 31. Januar
b) Bachforellen 1. Oktober bis 31. Januar
c) Regenbogenforellen 1. Oktober bis 31. Januar
d)9 Äschen 1. Februar bis 30. April
e)10 Felchen 15. Oktober bis 30. November
2 Für Forellen, ausgenommen Regenbogenforellen, mit einer Länge von mehr als 40 cm dauert die Schonzeit vom 15. Juli bis 31. Januar.

Schonmasse
Art. 8.
1 Als Mindestmasse für den Fang gelten:
a) Seeforellen 40 cm
b) Bachforellen 25 cm
c) Regenbogenforellen 22 cm
d) Äschen 35 cm
e) Felchen 30 cm

Anlandepflicht
Art. 8bis.
1 Ausserhalb der Schonzeit gefangene Fische, die das Mindestmass erreicht haben, werden nicht ins Gewässer zurückgesetzt.

Fangzahl
Art. 9.
1 Die Fangzahl ist je Patentinhaber auf sechs Edelfische im Tag beschränkt.
2 Als Edelfische gelten Forellen, Äschen und Felchen.

Wirtschaftsplan
Art. 10.
1 Das Amt für Jagd und Fischerei erstellt jährlich nach Rücksprache mit den anderen Rheinanliegern einen Wirtschaftsplan.
2 Dieser enthält Angaben über die Besatzmassnahmen und die Förderung der Bach-, Fluss- und Seeforellen sowie der Äschen.

Statistik
Art. 10bis.
1 Die Patentinhaber führen eine Fangstatistik nach den Weisungen des Amtes für Jagd und Fischerei.

Meldepflicht für markierte Fische
Art. 11.
1 Der Fang von markierten Fischen ist unter Angabe von Länge, Gewicht, Fangort und Fangzeit dem Amt für Jagd und Fischerei zu melden.
2 Die Marke ist der Meldung beizulegen.

Watverbot
Art. 12.
1 Das Waten in der st.gallisch-graubündnerischen Grenzstrecke ist zwischen dem Grenzstein Nr. 2 bei km 24.3 und dem Ende des rechtsseitigen Rheinwuhrs bei km 33.6 verboten.

V. Aufsicht
Aufsichtsorgane
Art. 13.
1 Aufsichtsorgane sind:
a) die staatlichen Fischereiaufseher;
b) die ehrenamtlichen Fischereiaufseher;
c) die staatlichen Wildhüter.
2 Das Amt für Jagd und Fischerei kann geeignete Personen als ehrenamtliche Fischereiaufseher bezeichnen. Diese haben den Pflichteid oder das Handgelübde vor dem Bezirksammann zu leisten.

VI. Strafen
Widerhandlungen
Art. 14.
1 Wer den Bestimmungen in Art. 4 bis 9 sowie 10bis bis 12 dieser Verordnung zuwiderhandelt, wird, soweit nicht Bundesrecht zur Anwendung kommt, mit Busse bestraft.

VII. Schlussbestimmungen
Aufhebung bisherigen Rechts
Art. 15.
1 Die Verordnung über die Ausübung der Fischerei im st.gallischen Rhein vom 13. Dezember 1954 wird aufgehoben.

Vollzugsbeginn
Art. 16.
1 Diese Verordnung wird nach Genehmigung des Eidgenössischen Departementes des Innern ab 1. März 1982 angewendet.




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