|
|
|
| |
|
|
Fängiger & fairer
Eine neue Hakenform sorgt für Gesprächsstoff. Der
Kreishaken macht den Anhieb überflüssig, hält den Fisch besser und hakt ihn fair im Maulwinkel. Ob der Haken mit der gekrümmten Spitze auch an unseren Gewässern sinnvoll eingesetzt werden kann?
|
|
|
| |
|
|
In den vergangenen Jahrzehnten hat es auf den Weltmeeren eine
Revolution gegeben: Langleinenfischer rund um den Globus suchten nach Möglichkeiten, die Rate von gehakten Fischen pro Köder zu verbessern. Zudem sollte der Fisch möglichst lange am Leben bleiben, beim Einholen
zuverlässig vom Haken gehalten werden und trotzdem rasch wieder vom Haken gelöst werden können. So erstaunlich es klingen mag: man fand eine Konstruktionslösung für all diese Ansprüche; den Kreishaken (engl. Circle
Hook). Seine besondere Form, nämlich die um fast 90 Grad zum Schenkel nach innen gebogene Spitze (die einzige Besonderheit übrigens, denn der Rest des Hakens kann jede der heute bekannten Formen haben) verleiht dem
Kreishaken seine ganz neue Funktionsweise. Während beim klassischen Haken ein Anhieb nötig ist, damit er sicher ins Fischmaul eindringt, genügt es beim Kreishaken, dem Fisch einen Widerstand entgegenzusetzen. Der
Kreishaken greift nicht im Schlund des Fisches, sondern gleitet bis zum Kieferknochen, umgreift ihn und hakt sich im Maulwinkel fest. Hier sitzt der Haken erfahrungsgemäss äußerst sicher.
Das Selbsthak-Prinzip Beim Kreishaken tut der Fisch nämlich alles selbst, was nötig ist, um sich sicher zu haken. Seit dem Einsatz der ersten Kreishaken in der Berufsfischerei haben Fischer in Amerika das
Einsatzgebiet dieses Spezial-Hakens stark erweitert. Inzwischen werden sie dort bei fast allen Methoden mit Naturköder und Kunstköder, im Meer und im Süßwasser, erfolgreich verwendet. Seit kurzem gibt es
Kreishaken auch auf dem europäischen Markt (zum Beispiel von VMC und Eagle Claw) in so vielen Größen und Materialstärken, dass jeder den passenden Haken für seine bevorzugte Methode finden dürfte. Ganz gleich, ob
mit Naturköder, Gummifisch oder Löffel, der Kreishaken erfüllt alle Erwartungen, selbst beim Spinnfischen und Schleppen. Heute kann man getrost sagen, dass er zum Fang aller Fische im Meer wie im Süßwasser geeignet
ist, ob Forelle oder Hecht, ob Karpfen, ob Dorsch oder Marlin. Sogar die Hochburgen der Traditionalisten erobert der gewöhnungsbedürftige Haken: Die ersten Meeres-Fliegenfischer binden bereits ihre Imitationen
auf Kreishaken, um Tarpon und Bluefish zu verführen. Sogar im Süßwasser wird schon mit "Kreisfliegen" auf Forelle und Lachs gefischt.
Schlucken adieu. Am deutlichsten werden die Vorzüge
des kreisförmigen Hakens beim Fischen mit natürlichen Ködern, beim Grund-, Posen- und Tippfischen. Für Fischarten, die dafür bekannt sind, dass sie den Köder oft tief schlucken, wie Forellen, Barsch oder Hechte, ist der Kreishaken geradezu ideal. Selbst bei den
gierigsten Exemplaren kommt es kaum vor, dass der Haken tief sitzt. Das Ganze ist natürlich eine Frage des Vertrauens ins Material, die Montage und in sich selbst. Am Anfang ruft die nach innen gebogene Spitze
erfahrungsgemäss Misstrauen hervor, besonders wenn man sie mit der Spitze klassischer Haken vergleicht. Hier kommt es schließlich auf die freiliegende, nach oben zeigenden Spitze an, die durch einen gründlichen
Anhieb ins Fischmaul getrieben wird. Haben wir uns aber erst einmal mit dem Kreishaken befasst und darüber nachgedacht, wie wir mit ihm umgehen müssen, dann stellen sich Überzeugung und damit der Erfolg rasch ein.
Ganz wichtig beim Fischen mit dem Kreishaken: Er darf nicht vom Köder bedeckt sein. Ist die Öffnung zwischen Hakenspitze und -schenkel verstopft, schafft es der Haken nicht, die Lippe des Fisches zu umgreifen
und sich festzusetzen. Wenn der Fisch die Schnur gespannt hat, muss die Hakenspitze frei liegen. Also bei Natur- und Gummiködern den Haken am besten nur ein einziges Mal durchstechen. Bei Kunstködern ergeben sich
keine Probleme mit verstopften Hakenbögen. Ein Kreishaken am Bauch eines Wobblers greift allerdings meist von außen nach innen ins Fischmaul. Um das zu vermeiden, wird dieser Haken einfach entfernt.
|
| |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
 |
|
|
|
An Löffeln, Spinnern oder Wobblern wird der Enddrilling einfach
durch einen Kreishaken ersetzt. Bei kleinen Räubern kommt es damit zwar häufiger zu Fehlbissen, das senkt aber auch die Rate von Untermassigen. Kapitale Fische hingegen werden deutlich sicherer gehakt.
|
|
|
|
Spannung muss sein Besonders bei harten Kunstködern ist
es wichtig, dass die Schnurspannung in den ersten Momenten konstant bleibt, damit der Haken seine Selbsthak-Arbeit erledigen kann. Beisst der Fisch heftig und flüchtet sofort - kein Problem, Bewegung und
Schnurspannung genügen. Anders, wenn der Fisch den Köder vorsichtig nimmt und stehen bleibt oder sogar auf uns zu schwimmt. Dann müssen wir selbst reaktionsschnell weiter einholen und die Schnur unbedingt auf
Spannung halten. Ein Nachteil: Beim Fischen mit Kunstködern hat sich gezeigt, dass kleine Raubfische öfter Fehlbisse verursachen als an klassischen Haken. Doch eigentlich kann uns das nur recht sein. So vermeiden
wir, dass untermassige Räuber, die wir ohnehin zurücksetzen müssten, unnötig gehakt werden. Mit dem Kreishaken dürfen Sie keinen Anhieb setzen. Es genügt, den Fisch die Schnur spannen zu lassen oder selbst etwas
Spannung auszuüben, bis der Haken ganz von selbst greift. So können wir mit besonders feinen Vorfächern angeln, etwa beim Fliegenfischen, wenn auch die ganz schweren, misstrauischen Forellen nur nach winzigen Mücken
steigen. Passen Sie aber auf, dass Sie die Rute immer sicher im Griff haben. Die Rute gehört in die Hand oder gut verankert in einen Rutenständer, sonst kann sie bei einem heftigen Biss leicht im Wasser landen.
Denn: Hat der kreisförmige Haken erst einmal gefasst, dann sitzt er.
Den Heringen nachgestellt Auch Heringsangler können jetzt umdenken. JENZI bietet seit kurzem ein Herings-Paternoster mit
Circle-Hooks an. Dieses hat 6 Haken und sieht wie eines der handelsüblichen Paternoster aus. Nur das die Haken eben Circle-Hooks sind.
|
|
|
 |
|
|
|
 |
|
|
|
|
|
Und was soll das bringen? Ganz einfach, durch die starke Rundung
des Hakens wird der gefangene Hering sicher am Haken gehalten. Sinn eines Paternosters ist ja, mehrere Fische mit einem Hol zu fangen. Bei herkömmlichen Systemen verabschieden sich die Fische immer wieder beim
Einholen der Schnur. Mit dem neuen Paternoster lassen sich nach dem ersten Biss einfach das System im Schwarm stehen. Sie werden sehen, aufgrund des Futterneides der Heringe werden Sie innerhalb kürzester Zeit einen
zweiten, dritten, vierten Fisch am Haken haben. Beim Einholen werden Sie sehen, dass sich sehr wenige Fische vom Haken verabschieden, auf jeden Fall deutlich weniger, als bei “normalen” Systemen. Im Handel
erhalten Sie dieses Herings-Vorfach für ca. 5,40 €, also ca. 1,00 € teurer als andere Systeme. Das werden Sie aber auf dem Wasser wieder gutmachen, versprochen.
|
|
|
|
Extern-Tipp:
|
|
|