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Seit mehr als 50 Jahren fischen die Angler mit "Mystic". Die kleinen Tuben mit der farbigen
Synthetikpaste sind mehr als nur ein Notköder. Mystic kann man den Fischen pur oder mit Naturködern kombiniert anbieten. Die kleinen Tuben passen in jede Angelkiste oder Westentasche. Außerdem imitieren Farbe
und Aussehen des roten Mystic täuschend echt eine rote Zuckmückenlarve. Erhältlich sind sechs Basis-Farben: Weiß, Schwarz, Gelb, Rot, Lachs und Grün, dazu die fluoreszierenden Farben: Fluor Gelb-Grün,
Fluor Rot und Fluor Lachs. Die weiche Paste fließt zäh wie ein Faden aus der Tube und härtet bei Kontakt mit Wasser und Luft etwas aus.
Weil der Deckel der Tube zugespitzt ist, lassen sich selbst kleinste Haken punktgenau beködern. Wenn Sie die Tube nach jedem Gebrauch gut verschließen, hält sich die Paste monatelang.
Rotaugen erliegen der Paste ebenso wie Ukelei und Gründling. In Kombination mit Made oder Mistwurm fangen Sie
auch größere Friedfische wie Brassen, Schleien, Karpfen oder Barben. Um den Haken mit einem Teig-Kügelchen zu garnieren, halten Sie ihn am oberen Ende fest. Pressen Sie nun mit Druck auf die Tube ein Kügelchen Mystic in den Hakenbogen (1). Der Mysticfaden
ist leicht dehnbar (2). Wickeln Sie ihn zum Schluss mehrfach um den Hakenschenkel (3), bis er abreißt. Die Hakenspitze bleibt frei, damit die Fische sicher gehakt werden (4). Wenn Sie Spaß daran haben, das
Mystic-Kügelchen zwischen den Fingern zu drehen, befeuchten Sie die vorher mit Spucke. So vermeiden Sie, dass der Teig an Ihrer Haut klebt und der Haken herausreißt. Sie können aber auch auf das knetbare rote oder
gelbe Mystic 55 zurückgreifen, das fester ist und nicht an den Fingern klebt. Denken Sie aber daran, dass für Rotaugen das alte Original-Mystic in Rot unschlagbar ist.
In Verbindung mit Zuckmückenlarven können Sie mit Mystic größere Rotaugen fangen, als wenn Sie nur mit Zuckmücken angeln. Für Rotaugen kommt nur Rot in Frage, für Brassen,
Ukelei, Schleien und Karpfen können Sie alle nur vorstellbaren Farben fischen. Schleien zum Beispiel mögen einen Mistwurm, der mit einem schönen gelben Mystic-Kügelchen aufgewertet wurde
oder ein gelbes Maiskorn mit einem roten Mystic-Kügelchen als Appetitanreger. Die fängigen Farben können auch ortsgebunden sein. An manchen Gewässern wirkt Fluor-Gelb super, und selbst
Rotaugen sind empfänglich für den Charme eines gelben Kügelchens in Kombination mit einer Zuckmückenlarve oder einem roten Pinkie.
Wenn Sie mit der Kopfrute fischen, beködern sie zuerst den
Hakenschenkel mit Mystic und stecken Sie dann die Mückenlarve, Made oder den Mistwurm auf. Sie können Mystic jedoch auch an der Match- oder Bolo-Rute verwenden: In diesem Fall kommt
zuerst der Naturköder (Made, Mistwurm) auf den Haken, der dann mit einem Tropfen Mystic garniert wird. Wenn Mystic mit Naturködern gefischt wird, ist der Fisch in erster Linie auf den
Naturköder fixiert, das Mystic wirkt nur als Appetitanreger. Beim Angeln mit Mystic pur müssen jedoch Montage und Methode genau aufeinander abgestimmt sein.
Um viele Bisse zu bekommen, ist es ratsam, dem Köder Leben einzuhauchen. Am Fluss können Sie seine Drift abstoppen, ihn
dann wieder treiben lassen und so weiter. Der Reiz besteht darin, das Mystic-Kügelchen "leben" zu lassen.
Vermeiden Sie aber zu abrupte Bewegungen, weil die den Fisch eher abschrecken als anziehen. Während der
"Reiz-Phase" müssen Sie jederzeit mit einem Biss rechnen und sorgfältig Schnurkontakt zum Köder halten. Beim
kleinsten Zupfer erfolgt der Anhieb, denn der Fisch behält den Köder nicht lange im Maul: Er spuckt ihn aus, sobald er den Schwindel bemerkt.
Für diese Angelei brauchen wir eine Montage mit abgestufter aber dennoch schwerer Bebleiung. Das unterste
"Bissblei" muss perfekt arbeiten. Deshalb sollte es deutlich schwerer sein als der Köder. Ein Schrot Nr. 9 oder 8 ist
für Rotaugen ideal. Wenn Sie im Stillwasser angeln, ist das Köderspiel noch wichtiger, denn die Strömung kommt
Ihnen nicht zur Hilfe. Wechseln Sie zwischen sehr langsamen Seitwärtszügen von 30-60 Zentimeter oder heben Sie
die Rutenspitze um 10-30 Zentimeter an, bevor Sie den Köder sachte wieder sinken lassen. Die Bisse kommen oft,
sobald die Montage wieder ruhig im Wasser steht. Je ausgefallener Ihr Köderspiel ist, um so heftiger die Bisse. Die
Fische sind leicht zu haken. So gesehen kommt das Angeln mit Mystic dem Angeln mit Hanf sehr nahe und ist eine gute Schule für Kopfruten-Angler.
Autor: <og>, 20.10.2002
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