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ISA - Infectious Salmon Anaemia
Infektiöse Blutarmut der Lachse

Mitte der achtziger Jahre wurden aus der Region um Bergen, Norwegen, wo die Dichte der Lachsaufzuchtanlagen sehr hoch ist, massenhafte Verluste an Lachssetzlingen gemeldet. Zunächst blieb die Ursache des Massensterbens unklar. Erst 1987, als die Erkrankung sich schon auf weitere Regionen Norwegens u. a. Länder verbreitet hatte, wurde der auslösende Krankheitserreger, ein Orthomyxovirus, isoliert.

Heute gilt die Erkrankung, obwohl sie nach 1990 wesentlich zurückgedrängt wurde, als die wirtschaftlich bedeutsamste Seuche der atlantischen Lachse. Die EU stufte die ISA als exotische Krankheit ein, fordert jedoch eine zwingende Bekämpfung. Ausbrüche der ISA wurden bisher aus Norwegen, Kanada. Schottland, den Farör-lnseln, den USA und Irland gemeldet. Da aus Norwegen nach wie vor Ausbrüche der ISA gemeldet werden, hatte die EU das seit 1999 bestehende Einfuhrverbot lebender Salmoniden aus Norwegen bis zum 01. Februar 2004 verlängert.

Mit der Wiederansiedlung der Lachse in den Flüssen in Deutschland stellte sich natürlich auch hierzulande die Frage, inwieweit ein zurückkehrender Lachs mit dem Virus der ISA infiziert sein kann und damit potentiell einheimische Wildfischbestände an Salmoniden oder auch Forellenzuchtanlagen infizieren könnte. Die Frage ist recht leicht zu beantworten. Prinzipiell könnte natürlich ein Lachs auf seiner Wanderung durch den Atlantik mit dem Virus der ISA infiziert werden und damit das Virus auf andere Lachse verbreiten. Die Wahrscheinlichkeit ist jedoch relativ gering. Eine klinisch sichtbare Erkrankung der rückkehrenden Lachse ist aber nahezu auszuschließen, da solche Tiere bereits auf dem Weg zu ihren Laichgründen auf Grund der Erkrankung verenden dürften. Die Übertragung auf die in Fischzuchtanlagen gehaltenen Regenbogenforellen u. a. Salmoniden kann nach den bisher vorliegenden Kenntnissen zwar nicht vollständig ausgeschlossen werden, sichtbare Krankheitssymptome und Verluste sind jedoch nicht zu erwarten. ISAV wurde zwar aus Regenbogenforellen und Seeforellen isoliert, klinisch erkrankt waren die Fische aber nicht. Gefährlicher wäre der Zukauf von infiziertem Brutmaterial. Hier können Sie sich schützen, indem Sie  nur Eier aus einem EU-zugelassenem ISA-freien Gebiet kaufen und die Lachsbrut auch vor dem Besatz noch einmal zusätzlich klinisch und virologisch auf ISA und andere Forellenseuchen untersuchen.

Als wichtigste Infektionsquellen der ISA gelten infizierte Lachsfarmen und hier, auch das blieb lange Zeit unklar, sind besonders Schlachtabfälle und das Blut infektiös. Die Infektion kann monatelang unentdeckt bleiben und bricht dann bei Wassertemperaturen zwischen 3° und 14°C aus. Besonders empfänglich sind Fische beim Übergang vom Süßwasserstadium (Parr) zum Salzwasserstadium (Smolt). Betroffene Fische haben einen stark eingeschränkten Fluchtreflex, stehen senkrecht oder sinken einfach scheinbar tot nach unten. Bei Meer- und Regenbogenforelle wird lediglich kurz eine Blutarmut beobachtet.

Der atlantische Lachs zeigt eine ausgeprägte Blutarmut der Kiemen, manchmal punktförmige Blutungen auf der Schleimhaut sowie im Augeninnenraum. Beim Schlachten der Fische fällt vor allem die um ein Vielfaches geschwollene schwarze Leber auf, die auf Grund des Blutstaus auch sehr brüchig erscheint. Die Symptome sind so eindeutig. dass auch ohne Virusnachweis der amtliche Verdacht des ISA- Ausbruchs tgba.org ausgesprochen werden kann und die betroffene Anlage gesperrt wird. Betroffene Lachse müssen jedoch nicht sofort getötet werden. Vielmehr kann nach einem von der EU genehmigten Plan unter Beachtung wirtschaftlicher Interessen die Anlage saniert werden. Dazu zählt auch, dass mit Genehmigung der Kommission gegen die Lachsanämie geimpft werden kann und so das Virus langsam aus einer Anlage verdrängt wird.

Fazit ist, dass die ISA zwar gegenwärtig keine wirtschaftliche Bedrohung für unsere einheimischen Salmonidenbestände darstellt, jedoch ein Restrisiko erhalten bleibt. Krankheitserreger wie Viren können sich leicht genetisch verändern und dadurch auch zu Erkrankungen bei anderen Fischen oder auch zu schwereren Erkrankungen führen.

Nach einem Artikel von Dr. Grit Bräuer in "Fischer & Angler in Sachsen", 2004




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