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Zander - Raubzüge im Dämmerlicht
Für mich ist der Zander der absolute Raubfisch - alleine schon dieses Maul mit den Wolfszähnen. Im Gegensatz zu anderen Raubfischen jagt der
Zander gerne in Rudeln und greift seine Beute mit chirurgischer Präzision an – gezielt, sauber, ohne großes Aufsehen.
Zander gehen nur auf Jagd, wenn sie hungrig sind. Das ist der Schlüssel zum Fang
dieses faszinierenden Fisches. Die Fresszeiten sind stark durch das Wetter beeinflusst. Ich liebe das Zanderangeln im Herbst und fange eigentlich erst im Oktober richtig damit an. Sehen Sie sich den Fisch einmal an.
Der schlanke Körper, die riesigen Augen, das alles sind beste Voraussetzungen für die Jagd in der Dämmerung. Ziel sind meist Jungfische. Die Zander spielen dann ”Wasserpolizei” und räumen unter den kranken und
verletzten Fischchen auf, die sonst verenden würden. Zander leben nicht sehr lange, wachsen also sehr schnell ab und haben einen Riesenappetit.
Dämmern muss es
Bei schwachem Lichteinfall sind
die Beutefische nahezu blind und suchen an oder in Unterwasserhindernissen Schutz. Dort verstecken sie sich bei Dunkelheit; viele überleben den Sonnenaufgang trotzdem nicht. Am liebsten angle ich während der ersten
beiden Stunden vor Sonnenuntergang und in den ersten Nachtstunden auf Zander. Auch am frühen Morgen können Zander raublustig werden. Obgleich die Fressphasen am frühen Morgen meist viel kürzer und nicht annähernd so
intensiv wie am Abend sind, lohnt sich ein Versuch im Morgengrauen durchaus. Offenbar verbringen die meisten Zander den Tag mit dem Verdauen der Nahrung, die sie in der Früh zu sich genommen haben. Aber keine Regel
ohne Ausnahme: Ein wichtiger Faktor ist nämlich auch die Klarheit des Wassers. Bei angetrübtem Wasser kann sich der Zander ebenfalls auf sein hervorragendes Sehvermögen verlassen. Dann frisst er auch tagsüber
reichlich, während man sich in kristallklaren Gewässern besser auf Abend- und Morgenstunden konzentrieren sollte.
Hauptsache Holz
Zander lieben versunkenes Gehölz. Optimale Standplätze bieten umgestürzte Bäume, besonders in
tiefen Uferzonen. Auch alte Bootsstege, Pflöcke und versunkene Boote sind immer interessant. Wenn sich Zander in solchen Bereichen aufhalten und sich scheinbar nur ausruhen, kann man sie trotzdem mit
einem genau platzierten Köder zum Anbiss verleiten. Im offenen Wasser trifft man sie hingegen kaum an, weil sie ihren Angriff dort nicht ohne weiteres ausführen können. Zander brauchen Deckung, um erfolgreich
rauben zu können. Seine Körperzeichnung fügt sich nahtlos in den Hintergrund ein. Die vertikalen Streifen sind inmitten von Geäst und Gehölz eine optimale Tarnung.
Erstaunlich ist auch, wie sehr der Luftdruck das Fressverhalten des Zanders beeinflusst. Bei über 1000 Millibar frisst er länger und intensiver.
Spinnen mit leichtem Zeug
Den meisten Spaß hat man beim Zander- angeln mit leichtem Geschirr. Obwohl Zander als Raubfische sehr interessant sind, bin ich von ihren kämpferischen Qualitäten etwas enttäuscht. Eine leichte Ausrüstung zum
Spinnfischen mit einer Schnur von 6 oder 8 Pfund Tragkraft ist genau richtig. Am liebsten nehme ich nur das Nötigste an Gerät mit, verbringe eine halbe Stunde an einem möglichen Hotspot und gehe dann weiter. Es hat
keinen Sinn, den Angelplatz nach Strich und Faden zu durchpflügen, weil die Zander normaler- weise sofort beißen, wenn sie da sind.
Zander sind auch für Bootsangler sehr interessant, weil man so auch unzugäng- liche Plätze erreichen kann.
Besonders gerne verwende ich Gummifische aller Art, z. B. Shads, Twister, Gummiwürmer und Bleiköpfe. Diese habe
ich in vielen verschiedenen Farben und Gewichten dabei, in Längen von 5 bis 10 cm. Immer verwende ich auch ein
Drahtvordach von ca. 25 cm Länge mit einem Karabinerwirbel, damit ich schnell den Köder wechseln kann.
Außerdem beißen beim Zanderfischen auch viele Hechte, so dass sich das Vorfach dann ganz sicher bezahlt macht.
Toter Fisch am System
Eine meiner Lieblingsmethoden ist jedoch das Spinnen mit kleinen Köderfischen. Dafür verwende ich ein Rotauge, eine Rotfeder oder einen Gründling von etwa 10 cm Länge, montiert an einem beweglichen Spinnsystem mit
Bleikopf. Nach dem Auswerfen lasse ich den Köderfisch zum Grund sinken, zupfe ihn dann sofort einen Meter nach
oben und lasse ihn wieder zum Grund taumeln. Dies wiederhole ich alle 10 bis 30 Sekunden. Der Anbiss kann jederzeit erfolgen - auch wenn der Köderfisch am Grund liegt. Durch das Heben und Senken verhält sich der
Köderfisch wie ein verletztes Fischchen, ideal für den Zander.
Aalstücke mit Duftnote
An größeren Gewässern, die ich auf Distanz beangeln muss, verwende ich manchmal auch einen bewegungslos
angebotenen Fischköder, meist ein Aalstück von ca. 10 cm Länge, das an zwei 8er Drillingen befestigt wird. Das
Aalstück wird mit etwas Rig-Schaum (oder Auftriebskörpern) kritisch austariert. Hinzu kommt ein Drahtvorfach von
ca. 40 cm Länge und ein Laufblei. Damit das Ganze auch richtig auffällt, spritze ich etwas Lockmittel in den Köder.
Gerne verwende ich hierfür Stint-, Makrelen- oder Hummeröl. Zum Angeln mit dieser Methode auf weite Distanz
verwende ich eine etwas längere Rute von knapp 4 m. Man kann auch mehrere Ruten gleichzeitig einsetzen und mit
Bissanzeigern versehen, wie sie auch beim Karpfenangeln üblich sind. Auch beim Distanzangeln versuche ich immer, den Köder nahe an Auffälligkeiten im Wasser anzubieten.
Pose mit Suchfunktion
Eine weitere Methode für Fließgewässer ist das Fischen mit dem toten Köderfisch an der abtreibenden Pose. Damit
kann man gut nach Hotspots suchen. Das Fischchen befestige ich an zwei 8er Drillingen - der obere kommt in die
Lippe, der andere in die Flanke. Als Pose nehme ich ein tropfenförmiges Modell mit 5 - 10 g Tragkraft. Damit der
Köderfisch unten bleibt, kommt noch ein Laufblei auf die Schnur. Das Drahtvorfach ist ungefähr 40 cm lang, und
das Laufblei sitzt direkt darüber. Die Pose stelle ich einige Zentimeter flacher als die Wassertiefe ein. Alle zwei oder
drei Meter sollte man die Pose etwas zurückhalten, damit der Köderfisch flatternd aufsteigt. Hat man den eventuellen Hotspot erreicht, lässt man die Pose ein oder zwei Minuten stehen, bevor man sie erneut abtreiben
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