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Karpfenangeln in Griesstetten
Im Frühjahr
letzten Jahres bin ich zum ersten Mal mit Achim zum Angeln gegangen. Zuerst war ich sehr skeptisch, aber als ich nach einigen Wochen selbst die Rute auswarf und sogar nach anfänglichen Fehlversuchen (mal
landete die Schnur im Baum, mal riss der Köder ab) einen Fisch am Haken hatte, den ich sogar landen konnte (!), wurde ich vom Angelfieber befallen. Ich meldete mich sofort für einen Fischereilehrgang an
um meinen Angelschein zu machen. Jede freie Minute wollte ich von da an am Wasser sein und Fische fangen.
So beschlossen wir im letzten Jahr unseren Sommerurlaub im Altmühltal zu verbringen, denn
hier gab es genug Gelegenheiten
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zum Angeln (und viele Fische, wie ich hoffte). Wir buchten eine
Ferienwohnung in Dietfurt, genauer gesagt in Töging. Gleich bei unserer Ankunft (es war ein Samstag) drängte ich Achim uns die Wochenkarte fürs Angeln zu kaufen, damit wir gleich „loslegen“ konnten. Aber er stoppte
meine Begeisterung, denn wir hatten ja auch noch keine Köder (Maden, Rotwurm, Tauwurm). Endlich war es Montag und wir hatten alles beisammen. Jetzt konnte es endlich ans Wasser gehen.
In der ersten Woche
fuhren wir hauptsächlich an den in der Nähe liegenden Main-Donau-Kanal oder an die Altmühl. Ein einheimischer Angler, der uns ein paar Tage später ansprach, gab uns den Tipp, doch einmal nach Griesstetten (das liegt
auch ganz in der Nähe von Dietfurt) zu fahren. Dort gäbe es ein Altwasser, in welchem viele große Karpfen und auch Rapfen seien. Gesagt – getan. Als wir dort waren, konnten wir auch wirklich Karpfen und Rapfen im
Wasser beobachten. Ein paar Tage lang fuhren wir nach Griesstetten, um die Karpfen mit Bolies anzufüttern.
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In dem Gewässer gab es viele Köderfische (Lauben,
Rotfedern, Kaulbarsche) und es war ein Kinderspiel sie mit der Posenangel herauszuholen. Diese (toten) Köderfische setzen wir am Kanal ein, wenn wir auf Zander angeln wollten. In den nächsten Tagen
kontrollierten wir die Futterstelle in Griesstetten immer wieder. Jedes mal, wenn wir nachschauten, waren alle Bolies verschwunden. Das war ein gutes Zeichen. Die konnten ja nur von den Karpfen geholt
worden sein. (Erst später stellte sich heraus, dass es auch Krebse waren, die die Bolies wegholten). Endlich kam der Tag, an dem Achim sagte, dass wir heute auf Karpfen gehen würden. Er zeigte mir,
wie ich die Boliekugel an den Haken machen musste und wir warfen unsere Ruten aus.
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Nun hieß es geduldig warten, auf das, was da vielleicht kommen
würde. Aber an diesem Tag kam nichts! Ich war sehr enttäuscht, denn es sah doch alles so einfach aus. Achim tröstete mich, indem er sagte, dass wir es morgen noch einmal probieren würden. Am nächsten Tag fuhren wir
gegen Mittag wieder zu der Angelstelle. Es war ein sehr heißer Tag, die Sonne brannte vom Himmel und nur unter dem Angelschirm war es einigermaßen erträglich. So langsam ging die Sonne unter – und es hatte sich
immer noch nichts getan. „Schon wieder so ein Schneidertag“ dachte ich, als an Achims Karpfenrute plötzlich die Bremse ging. Das konnte nur bedeuten, dass ein Karpfen angebissen hatte. Er nahm sehr viel Schnur und
wollte damit abziehen. Achim sprang aus seinem Stuhl, rannte zur Rute hin und schlug an. Der Drill dauerte einige Zeit, denn der Fisch versuchte immer wieder zu flüchten. Ich war so aufgeregt, dass mir meine Beine
zitterten. Endlich hatte er den Karpfen soweit ans Ufer bekommen, dass man ihn erkennen konnte.
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Es war ein Spiegelkarpfen von 63 cm und 6 kg! Ich
freute mich unheimlich für Achim. Soooo einen großen lebendigen Fisch hatte ich noch nie gesehen! Als Achim mich fragte, ob wir ihn wieder reinsetzen sollten, schüttelte ich energisch den Kopf. Jetzt
hatten wir so viele Tage darauf gewartet und nun sollten wir ihn nach kurzem Anschauen und Fotografieren wieder in den Fluss setzen? „Kommt gar nicht in Frage. Wir nehmen jeden Fisch, den wir fangen,
mit!“ war meine Antwort. Wir blieben an diesem Tag noch weitere 2 Stunden, in der Hoffnung, dass sich an „meiner“ Angelrute auch etwas tun würde. Doch es tat sich nichts weiter. Bevor wir einpackten,
legten wir wie immer weitere Bolies aus, denn nun war ich ganz heiß darauf, ebenfalls einen Karpfen zu fangen. Das sollte aber noch zwei endlos lange Tage dauern. Es war gegen 19.30 Uhr, ich träumte
gerade so vor mich hin, als Achim rief: „Uschi, deine Rute! Schlag an, sonst ist der Fisch wieder weg.“ Wie von einer Tarantel gestochen stand ich auf und rannte auf meine Rute zu.
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Ich konnte sie gerade noch packen, sonst wäre sie ins Wasser
gehüpft, so sehr zog der Fisch daran. Obwohl ich sehr aufgeregt und regelrecht am Zittern war, gelang mir der Anschlag. Nun hieß es Ruhe bewahren, was nicht gerade meine Stärke ist. Achim half mir beim Drillen,
indem er mir immer wieder sagte, was ich tun sollte. Sobald der Fisch flüchten wollte gab ich ihm Schnur, damit sie nicht riss. Wenn er sich kurz darauf wieder ruhiger verhielt drehte ich langsam an der Rolle und
holte ihn so stückweise ans Ufer. Das Ganze dauerte nicht lange, vielleicht 15 Minuten, aber es kam mir damals wie eine Ewigkeit vor. Endlich hatte ich ihn soweit, dass ich schon im Wasser erkennen konnte, was für
ein Brocken es war. Wahrhaftig! Es war ebenfalls ein Spiegelkarpfen. Er war zwar nicht ganz so groß wie der von Achim, aber immerhin 53 cm lang und 4 kg schwer. Ich war außer mir vor Freude. Das nennt man wohl
Anfängerglück! Abends haben wir dann „meinen“ Fang gefeiert.
Wer mehr über meine „Angelerlebnisse“ lesen möchte, kann dies tun, indem er unter http://www.unsereseite.de/uschi/Angelerlebnisse/angelerlebnisse.htm nachschaut.
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