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Angeln auf Plötze (Rotauge)

Es ist nicht möglich typische Stellen zu bezeichnen, denn die Plötze bewohnt Gewässer von sehr unterschiedlichem Charakter. Ihre Reviere sind wechselhaft, man kann kaum von Standplätzen sprechen. Sie sind verschieden nach Gewässer und Jahreszeit. Die Plötze neigt zu festem Gewässergrund (Ton, Kies oder Fels) und zieht diesen den weicheren Schlamm- und Schlickböden vor.

Sie weidet sehr gern Algen ab, die ihr überdies Deckung gewähren. Wo am Grunde Grünalgen sind oder am Rande Röhricht steht, fühlt sie sich wohl. Während der Monate April bis Juni, je nach der Strenge des Winters später oder früher, schwärmen sie an den verkrauteten oder verschilften Ufern entlang, kommen oft in ganz flaches Wasser und steigen in kleinere Bäche hinauf. In Seen und Teichen ist die Wahl beschränkt, aber auch dort steigt der Fisch aus den Tiefen.

Die Plötze laicht in Schwärmen. Die Eier werden an Krautstängeln geheftet und sich selbst überlassen. Im Juni sucht die Plötze im Fluss die rascheren Strömungen auf; jetzt steht sie in Ausläufen von Mühlschüssen, Kolken und schnellen Rollen, wobei sie immer noch das flachere Wasser bevorzugt. Im Juli neigen die Schwärme mehr zum Aufenthalt in tieferen Rinnen, besonders zwischen Krautbänken. Sie bleiben gern am Strömungsrand, wo ihnen Nahrungsteilchen wie auf einem Fließband zugetragen werden. Setzt kälteres Wetter ein, schwimmen sie wieder mehr herum, stellen sich in tiefere Wasserschichten und verteilen sich über den ganzen Fluss.

Sind die Krautbänke abgesunken, haben sich die Plötzen in der Tiefe eingerichtet, schwimmen aber viele Kilometer am Tage, sobald sich ein Winterhochwasser ankündigt, unermüdlich nach Nahrung suchend. Ist Hochwasser eingetreten, so halten sie sich in den Randstreifen, Rückläufen und lassen sich auch auf überflutete Ufer zu allerlei Leckerbissen locken. Geht das Wasser zurück, so weiß der Fisch instinktiv, dass er ihm folgen muss.

Was frisst die Plötze

Im Frühjahr frisst die Plötze vor allem Grünalgen mit Kleintieren daran und eine Fülle von Insekten. Im Herbst, wenn die Nahrungsmenge geringer wird, muss der Fisch sich mehr bewegen und auf die Suche nach Flohkrebsen, Schnecken, Würmern und andern Nahrungstierchen gehen, die noch verfügbar sind. Manchmal muss er auch auf seine eigenen Fettreserven zurückgreifen. In ruhigem Wasser fallen Plötzen in eine Art Winterschlaf, aus dem sie erwachen, wenn die Temperaturen einmal ansteigen.

Köder

Hat die Plötze Appetit, so wird sie praktisch alles, was essbar erscheint, fressen. Daher steht dem Angler eine reiche Auswahl von Ködern zur Verfügung, einschließlich kleinster Insekten, Maden und Tauwürmer. Maden sind universell und beliebt. Die Größe der Ködermade ist nicht von Bedeutung, wenngleich viele Angler die kleinen Maden lediglich zum Anfüttern nehmen. Nur die größten kommen an den Haken. Dabei ist darauf zu achten, dass die Made nur ganz vorsichtig eingehakt wird, damit sie lebendig bleibt und sich bewegt. Der Haken muss also sehr scharf sein und seine Spitze flach durch die zähe Haut am Kopfe geführt werden. Man nimmt dafür die Nummern 16 bis 12 und steckt eine einzelne Made oder zwei auf. Manche nehmen auch ganze Bündel von drei bis fünf Maden an einem Zehner- bis Achterhaken und gehen sogar noch darüber hinaus, wenn die Plötzen mit kleineren Rationen nicht zufrieden sind.

Beliebt sind in England gefärbte Maden, wie man sie im Laden kaufen, aber auch selbst einfärben kann. Leuchtendes Gelb, Orange und Rot erzielt man mit verschiedenen im Handel erhältlichen Farbpulvern. Bei kaltem Wetter sollte man die Maden warm halten, damit sie nicht bewegungslos werden. Ist es heiß, so müssen sie im Schatten bleiben, sonst verpuppen sie sich zu schnell. Die braunen, ovalen Puppen sind selber ein ausgezeichneter Plötzenköder, zumal wenn die Fische an oder in der Nähe der Oberfläche Nahrung aufnehmen. Man bietet sie am besten auf dem Haken Nr. 12- 14 an und steckt sie sorgfältig auf, sonst reißen sie. Die Plötze nimmt sie sehr vorsichtig, daher sollte man bei dem geringsten Zittern des Floßes anschlagen.

Es gibt mehrere Arten Sprockwürmer ( Köcherfliegenlarven ), und alle sind sehr gute Plötzenköder. Manche Angler lassen sie beim Aufstecken im Köcher, andere ziehen die Larve heraus, indem sie diese von rückwärts her zwicken. Sprockwürmer werden von den Plötzen behutsam genommen. Gelegentlich fassen sie auch kräftiger zu, und das Floß segelt unverkennbar davon. Sprock lässt sich schlecht längere Zeit aufheben. Die Gehäuse sollten immer im Wasser liegen und an einem kühlen Platz aufbewahrt werden. Ein guter Winterköder für Plötzen und andere Friedfische ist die sog. "Strauchmade", eigentlich keine Made, sondern die Raupe eines Kleinschmetterlings. Sie wird bei gelblichbrauner bis rosa Färbung etwas größer als die Fleischmade und überwintert im Mark des echten Beifuss (Artemisia-vulgaris). Der Beifuss wächst als Unkraut überall auf Brachland, Schutthalden, an Wegrainen, Mauern und Zäunen. Von Raupen befallene Beifussstängel zeigen Verdickungen und Löcher oder sind umgeknickt.

Der Universalköder Wurm ist auch für Plötzen gut. Tauwürmer, Rotwürmer und Gelbschwänze sind die anerkannten Favoriten und können entweder ganz oder in Stücken serviert werden. Die kleineren Würmer lässt man am besten ganz, es sei denn, man merkt, dass die wählerische Plötze nur auf kleine Stückchen aus ist. Die Größe des Hakens hängt von den Umständen ab. Kleine Haken halten den Köder weniger gut, und eine Größe von 8 bis 10 ist gewöhnlich für alle außer den ganz großen geeignet. Der Angler sollte sich allerdings nicht davor scheuen, auch diese Köder zu verwenden; dann greift er zum Haken Nummer 6 oder gar 4, wenn er z. B. das Bodenblei verwendet.

In Anbetracht der vielseitigen Verwendbarkeit von Teigködern ist es überraschend, dass sie meistens oder immer erst an zweiter Stelle nach den Würmern oder Maden genannt werden. Richtig dargeboten, fangen sie Plötzen ebenso gut, bringen oft bessere Fische und sind viel leichter am Haken zu befestigen als Würmer oder Maden und schließlich auch billiger. Zunächst kann man das Weizenkorn, die Grundlage aller Mehlköder, als Ganzes verwenden. Man muss freilich erst kochen, bis die Hülle platzt. Für Weizen sind Hakengrößen 10 bis 14 geeignet. Mehr oder weniger stark ausgemahlenes Mehl lässt sich zu Teig kneten, der ebenfalls ein guter Plötzenköder ist. Paste aus Brot ( Weißbrot, Brötchen ) ist dem Mehlteig ähnlich, kann aber fester geknetet werden. Dazu verwendet man einen Laib Brot, der mindestens einen Tag alt ist, frisches Brot ist ungeeignet.

Die Brotkrume wird in ein sauberes Tuch gehüllt, und die Ecken des Tuches werden zusammengelegt, dass eine Art Beutel entsteht. Darin kneten wir es, während das Tuch einige Augenblicke in Wasser getaucht wird, bis es gleichmäßig durchfeuchtet ist. Die Ansichten der Angler differieren, welche Festigkeit die Paste braucht. Einige bevorzugen eine Paste, die vom Haken fällt, wenn man den Köder wieder einholt, andre geben Mehl dazu oder sogar Watte, um ihn haltbarer zu machen. Manche würzen oder färben sie mit Honig, Zucker, Anis oder andren Duftstoffen und Backmitteln.
Normalerweise formen wir den Teig- oder Pastenköder in erbsengroße Stücke und drücken sie um einen Haken Gr. 10, aber Angler, die auf große Plötzen aus sind, nehmen Portionen bis zur Kirschengröße. Häufig sind die Fische freilich wählerisch. Dann wird ein winziges Kügelchen aus Teig oder ein Brotkrümel, auf die Spitze eines winzigen Hakens gespießt, Wunder wirken. Wer mit Brot-"Flocken" fischen will, nehme nur ganz frisches Brot ohne Rinde. Etwas Krume wird auf die Hakenbiegung gedrückt und bleibt dort haften. Die Ränder der Flocke sollten nicht geglättet werden. Sie quellen im Wasser, Teile bröckeln ab und treiben mit der Strömung: ein einfaches Mittel, die Fische anzufuttern und herbeizulocken. Man achte darauf, dass der festere Kern der "Flocke" nicht die Hakenspitze umhüllt; es würde einen erfolgreichen Anhieb beeinträchtigen. Ein guter Köder ist ferner die äußere Rinde eines Weißbrotes. Die Hakenspitze führen wir durch die Kruste und wieder durch die Krume zurück.

Trockenes Brot, in Würfel von etwa 6 mm Kantenlänge geschnitten, ist ebenfalls, zumal im Winter und zu Beginn der Saison, brauchbar. Der Haken wird so in den Würfel eingeführt, dass sich die Spitze nicht zeigt, aber dicht unter der Oberfläche sitzt. Der Würfel fällt leicht vom Haken; dennoch sollte man es einmal mit ihm versuchen.

Käse ist ein besonders guter Köder. Geeignet sind alle Sorten, die sich zwischen den Fingern und dann um den Haken kneten lassen wie Paste, und sie werden die Plötze oft verlocken, wenn kein anderer Köder Erfolg hat. Man kann Käse auch mit Teig oder Paste vermischen.

Wir kommen zur Grünalge. Das sind diese grünen Fadenalgen, die wir an Pfählen, Mauerwerk und Steinen finden. Sie sind ein guter Plötzenköder in der frühen Saison, ehe sich die Fische wieder ins tiefere Wasser zurückziehen. Plötzen fressen diese Algen vermutlich mit, wenn sie daran Kleintiernahrung suchen. Der Haken wird einfach durch die Algen hindurch gezogen, so dass einige Streifen daran hängen bleiben. Die wickelt man dann um den Schenkel oder die Hakenbiegung, damit sie besser haften.

Nun zum Hanfsamen. Man kocht ihn vorsichtig, bis sich die Hülse spaltet und der weiße Kern erscheint. Auf den Haken steckt man ihn, indem man die Hakenbiegung in den Spalt der Samenhülse drückt. Wir verwenden kleine Haken, Nr. 14 bis 10.

Ich zähle noch eine Reihe weiterer Plötzenköder auf: Fliederbeeren, die man
( ungekocht natürlich ) wie Hanfsamen benutzt, Flohkrebse, in der Rückenkrümmung gehakt, Weichtiere wie Muscheln und Schnecken. Stark aufgekommen ist die Verwendung von Mystic und Fantastic aus der Tube, eine klebrige Masse als fängiger Zusatzköder für Maden. Spezialisten angeln mit dieser formbaren Masse, die es in verschiedenen Farben gibt, auch pur. Dann kommen noch Holzwürmer, Käfer, Motten, Raupen, Blutegel und Wasserläufer in Frage; sehr gut sind auch Wespenlarven, gekochte Kartoffeln, Dosenmais und Makkaroni - sie alle sind zeitweise brauchbar. Es kommt sehr darauf an, wie man sie serviert.




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