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Huchen - Der Traum vieler Angler

Wenigstens einmal im Leben einen Huchen zu erbeuten, das ist der Traum vieler Angler. Zahllose Geschichten und Legenden ranken sich um den Fang dieses edlen Großsalmoniden, der ein Gewicht bis zu 50 kg und eine Länge von über 150 cm erreichen kann. Der Rekord liegt bei 34,8 kg und einer Länge von 144 cm. Dieser Huchen wurde im Februar 1985 auf einen „Heintz“-Blinker in der Drau in Kärnten gefangen.
Die Pirsch auf den
Huchen erfordert Ausdauer, Kondition, beste Ausrüstung und ist eine echte Herausforderung für jeden Angler. Die Hauptfangzeit fällt in die Herbst- und Wintermonate und der passionierte Huchenfischer lässt sich weder von Regen, noch von Schnee oder Frost vom Wasser fernhalten.
Die Heimat des
Huchens sind die Flüsse im oberen und mittleren Einzugsbereich der Donau, wobei er in Deutschland in den rechten Nebenflüssen, die aus dem Alpenraum kommen, anzutreffen ist, wie z.B. Iller, Lech, Isar mit Loisach und Inn mit Salzach. Eine Ausnahme bildet der Regen, der ein linker Zufluss der Donau ist und in dem auch Huchen vorkommen. Weiterhin gibt es in Österreich eine Reihe guter Huchenreviere, z.B. an der Enns, Mur und Drau, wobei auch in kleineren Flüssen teilweise Huchen leben. Berühmt sind ferner die slowenischen Huchenflüsse Sava und Krka, aber auch die slowakischen Reviere an Orava, Hornad, Vah und Turiez sind eine Reise wert.

Die Chancen sind gegeben

Leider haben Gewässerverbauungen und Abwassereinleitungen, und damit die Zerstörung der Laichplätze, den Huchenbeständen besonders in den 60er und 70er Jahren arg zugesetzt. In der Donau, seiner Urheimat, war er sogar ganz verschwunden und ohne aufwendige Nachzucht und Besatzmaßnahmen der Angelfischer wäre er wahrscheinlich in den meisten Huchengewässern bereits ganz ausgerottet.
An vielen Flüssen, wie z.B. an der Drau in Kärnten, geht jedoch die Verbauung und damit die Zerstörung einst guter Huchenstrecken unvermindert weiter. Auch stärkste Proteste weiter Kreise der Bevölkerung erwirken meistens nichts gegen die Lobby und das Gewinnstreben der Kraftwerksbetreiber.
Ein naher Verwandter unseres mitteleuropäischen Huchens ist der Taimen, der in Sibirien vorkommt und über 50 kg schwer wird. Einige Reiseveranstalter bieten entsprechende Touren an und viele Angler haben daran schon erfolgreich teilgenommen.

Die Lebensweise des “Donaulachses”

Huchen lieben sauerstoffreiches, schnell fließendes und sauberes Wasser. Sie stehen gerne in tiefen Rinnen, hinter Steinen, versunkenem Holz oder anderen Hindernissen und lassen die reißende Strömung, die ihnen gleichzeitig Schutz bietet, über sich hinwegbrausen. Klassische Hucheneinstände bilden ferner tiefe Gumpen, Kehrwasser, unterspülte Ufer, Felsen, Wehrkessel oder Brückenpfeiler.
Der
Huchen steht im allgemeinen tief, ja er liegt regelrecht auf dem Grund und lauert meist  unmittelbar an der Strömungskante auf Beute. Zum Rauben verlässt er jedoch gerne seinen Einstand und stellt sich dann z.B. auch in die flachen Partien des Ein- oder Auslaufs eines Gumpens oder einer Rinne. Deshalb sollte man unbedingt den gesamten Einzugsbereich eines Huchenstandplatzes intensiv abfischen.
Der
Huchen ist sehr standorttreu und verteidigt seinen Einstand. Es kommt jedoch durchaus vor, dass sich z.B. einen entsprechend großen und tiefen Gumpen gleich mehrere Huchen teilen. Der gefräßige Raubfisch ist sehr schnellwüchsig und erreicht bereits nach vier Jahren eine Länge von über 70 cm und die Laichreife. Seine Hauptnahrung bilden in der Jugendphase Larven, Insekten, Bachflohkrebse, Schnecken, Würmer und kleine Fische. Mit zunehmendem Wachstum werden auch die Beutetiere größer und für einen Huchen von 1 Meter Länge (er wiegt dann ca. 10 kg) ist es kein Problem, einen Fisch von 500 - 1000 g zu verschlingen. Gerne frisst er dann Forellen und  Äschen, aber auch Weißfische wie Nasen, Barben oder Aitel verachtet er nicht. Wo es noch Koppen und Neunaugen gibt, bilden diese zweifellos seine Lieblingsnahrung.
Das gesetzliche Mindestmaß liegt in Bayern derzeit bei 70 cm und die Schonzeit geht vom 15. Februar bis 15. Mai. Um die Bestände zu schonen, hat man in vielen Revieren das Mindestmaß freiwillig höher gesetzt und die Schonzeit verlängert, was sehr zu begrüßen ist. Meiner Meinung nach, sollte man diesen edlen und seltenen Fisch unter einer Länge von 90 cm generell wieder zurücksetzen. Es gibt bereits viele Angler, die sich freiwillig diese Beschränkung auferlegen.
Leider kommt es aber immer noch vor, dass
Huchen unter dem Schonmaß entnommen werden, weil sie mit Forellen verwechselt werden. Bei genauem Hinsehen sind Verwechslungen eigentlich ausgeschlossen. Allein schon der fast drehrunde Körper, der keilförmige, flache Kopf mit dem weit gespaltenen Maul und die meist kupferrote Färbung des Rückens und der Flanken unterscheiden den Huchen deutlich von den Forellen.

Das Gerät

Man kann den
Huchen mit der Grund-, Spinn- und sogar mit der Flugangel fangen, wobei die klassische Methode das Spinnfischen ist, worauf wir im folgenden näher eingehen.
Da bei der Huchenfischerei stets mit dem Anbiss eines kapitalen Fisches zu rechnen ist und wir zudem meistens mit schweren und großen Ködern angeln, sollte unsere Rute ein gutes Rückgrat und ein entsprechend schweres Wurfgewicht haben und sehr stabil sein. Je nach Gewässer, Gewicht des verwendeten Köders und der zu erwartenden Größe der Fische, sind Ruten im Wurfgewicht von ca. 80 - 150 g oder 100 - 250 g durchaus angebracht. Es gibt Huchenfischer, die an bestimmten Gewässern mit noch stärkeren Ruten fischen. Das Maul des
Huchens ist sehr hart und der Haken muss auch bei einem Anhieb über eine weitere Distanz noch eindringen.
Die ideale Länge der Huchenrute liegt bei ca. 2,70 bis 3 Metern, wobei Steckruten den Teleskopruten im allgemeinen vorgezogen werden. Auch die Rolle muss entsprechend stabil sein und sollte mindestens 100 m 0,50er Schnur fassen. Außer dem robusten Getriebe sind exakte Schnurwicklung und eine präzis einstellbare Bremse, die auch stärksten Belastungen standhält, wichtige Kriterien beim Kauf  einer Huchenrolle. Ein weiterer wichtiger Faktor bei der Gerätezusammenstellung ist die Schnur. Ich persönlich fische nicht unter 0,50er Schnur. An schwierigen Strecken mit Felsen, versunkenen Bäumen und anderen Hindernissen, in denen gerade die ganz großen Fische gerne ihren Einstand haben, gehe ich bis auf Schnurstärke 0,60 mm. Auch geflochtene Schnüre mit einem Durchmesser von 0,25 und 0,30 mm sind geeignet. Man hat damit ein sehr gutes Gespür für die Bewegungen des Köders, aber auch bei Grundkontakt und beim Biss. Da sich die Schnur fast nicht dehnt, kommt der Anhieb voll durch. Allerdings ist auf genaueste Bremseinstellung beim Angeln mit diesen Schnüren unbedingt zu achten! Ist die Bremse zu stark eingestellt, besteht nach einem Anbiss die Gefahr, dass sich der Haken aufbiegt oder aus dem Maul des Fisches ausreißt.
Bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt, die man ja beim Huchenfischen häufig hat, sind geflochtene Schnüre jedoch nicht geeignet. Das Geflecht nimmt verhältnismäßig viel Wasser auf, das an der Schnur festfriert. Diese wird dadurch steif und so voluminös, dass sie nicht mehr auf die Rolle passt. Man sollte also stets eine Reservespule mit monofiler Schnur dabei haben.
Ein spezielles Vorfach ist beim Huchenfischen nicht notwendig. Der
Huchen hat nicht so scharfe Zähne wie ein Hecht und als Vorfachmaterial verwendet man entweder Schnur in der Stärke der Hauptschnur oder man bindet die Ködermontage ohne Vorfach direkt in die Hauptschnur ein. Die Sollbruchstelle bildet bei einem Hänger im Allgemeinen der Knoten.

Köder und Montagen

Bei der Köderfrage gehen die Meinungen immer noch sehr weit auseinander. Einig ist man sich, dass der Köder nicht zu klein sein soll und Spinner nicht die fängigsten Köder auf
Huchen sind, wobei auch hier Ausnahmen die Regel bestätigen. Ferner sollte der Köder nicht zu stark um die eigene Achse rotieren, sondern besser taumelnd arbeiten. Ich schwöre auf Gummi- und Weichplastikfische. Köderlängen von 15-22 cm sind nach meiner Erfahrung ideal. Sehr erfolgreich fischt man damit in den Standardfarben, wie z.B. Weiß/Schwarz. Das imitiert eine Äsche oder einen Weißfisch. Man kann daraus schnell eine Bachforelle zaubern, indem man auf die Flanken des Plastikfischchens mit wasserfestem Filzstift rote und schwarze Punkte anbringt.
Die ideale Montage für diese Kunstköder ist ein Jighaken mit Bleikopf und zusätzlichem Drilling. Um Fehlbisse zu vermeiden, ist beim Gummifisch in 22 cm Länge das Einbinden eines 2. Drillings zu empfehlen. Das Gewicht des Jigkopfes kann je  nach Größe des Köders, der  Strömungsgeschwindigkeit und Tiefe des Wassers bis zu ca. 40 g betragen.
Auch Wobbler von ca. 12 - 20 cm Länge, der  EFFZETT- und der legendäre „Heintz“-Blinker können sehr erfolgreich eingesetzt werden.
Viele Huchenfischer schwören nach wie vor auf den Huchenzopf, der ein Bündel laichender
Neunaugen imitieren soll. Zur Herstellung nimmt man z.B. Leder- oder Gummistreifen. Moderne Huchenzöpfe fertigt man jedoch aus 3-4 Twisterschwänzen, die man bündelt und an einer Bleikappe oder einem Twisterkopf montiert und je nach Länge des Köders zusätzlich mit 1 - 2 großen und stabilen Drillingen versieht.

Fangtechnik

Egal, welchen Köder man gewählt hat; wichtig ist, dass er verführerisch arbeitet und unbedingt in Grundnähe angeboten wird, da die
Huchen, wie bereits erwähnt, im allgemeinen tief stehen. Wie man mit dem Köder Grundkontakt erreicht, ist abhängig von dessen Gewicht und Größe, der Strömung, der Gewässertiefe dem Standort des Anglers und der Einwurfstelle. An vielen Stellen ist es notwendig, quer zur Strömung oder flussaufwärts zu werfen, um auf die notwendige Tiefe zu kommen. Hänger sind dabei vorprogrammiert, aber wer dieses Risiko eingeht, erhöht seine Fangchancen um ein Vielfaches. Durch Schnurgeben kann man seinen Köder auch über längere Strecken in Grundnähe führen. Diese Taktik empfiehlt sich besonders beim Abfischen von tiefen, schnell strömenden Rinnen. Dabei ist jedoch unbedingt darauf zu achten, den Kontakt zum Köder nicht zu verlieren, um bei einem Anbiss sofort anschlagen zu können.
Sitzt der Anhieb - empfehlenswert ist es bei einem Biss mehrmals kräftig anzuschlagen - so kann es sein, dass man zunächst glaubt, einen Hänger zu haben. Doch wenn sich der vermeintliche Hänger dann in Bewegung setzt, beginnt meistens ein Kampf auf Biegen und Brechen. Gerne kommt der
Huchen im Drill an die Oberfläche, sperrt den Rachen weit auf und versucht mit Drehen, Wälzen und Schlagen des Kopfes den lästigen Köder abzuschütteln. Das sind nerven zerreißende Augenblicke und ich bin immer heilfroh, wenn der Fisch wieder auf Tauchstation geht. Oft entscheidet er den Kampf für sich, doch wenn die Landung eines kapitalen Huchens  gelingt, so ist das die Sternstunde im Leben eines Anglers.

von Gunter P. Lill, veröffentlicht bei dam.de




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