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Bachneunauge
Lampetra planeri

 
   

andere Namen:
kleine Pricke, kleines Flußneunauge, Sandbricke, Zwergpricke

Frankreich: La petite lamproie de rivirère, chatouille
England: Brook Lamprey
Holland: Beekprik
Italien: Picolla Lampreda

 
   

wesentlichste Merkmale: Aalförmiger Körper,  besitzt zwei Rückenflossen, die bei laichreifen Tieren aneinander stoßen. Die Oberseite ist dunkelblau bis dunkelgrün gefärbt, die Flanken sind gelblichweiß und die Bauchseite ist weiß.
Erinnert von seinem Aussehen her zunächst an einen jungen Aal, ist mit diesem und den übrigen Fischen aber nicht näher verwandt. Es gehört vielmehr zu den so genannten Rundmäulern, einer sehr altertümlichen Tiergruppe, die keine Unterkiefer ausgebildet haben. Der deutsche Name leitet sich davon ab, dass Nasengrube, Auge und sieben Kiemenöffnungen von der Seite gesehen eine Reihe von neun markanten "Augen" ergeben.

Lebensräume: Das Bachneunauge kommt in ganz Mitteleuropa vor, auf der Iberischen Halbinsel, in Italien und im nördlichen Skandinavien fehlt es. Im Osten wird das Verbreitungsgebiet von der Wolga begrenzt.

Lebensweise: Bachneunaugen sind stationäre Bewohner kleiner Bäche und Flüsse der
Forellen- und Äschenregion. Anders als die Flussneunaugen bleiben die Bachneunaugen Zeit ihres Lebens im Süßwasser. Sie kommen sowohl im Bergland, wie auch in der Ebene vor. Häufig findet man sie zusammen mit Koppen und Bachforellen im gleichen Gewässer. Im Gegensatz zur Koppe ist das Bachneunauge jedoch unempfindlicher gegenüber Gewässerversauerung. Sie meiden steinige und schnell fließende Gewässerabschnitte, sowie die Unterläufe großer Flüsse.

Nahrung: Bis zu 6 Jahre leben sie verborgen in schlammigen, ruhigen Bachabschnitten und ernähren sich von Detritus (feines, organisches Material) und Kieselalgen. Anders als seine näheren Verwandten, wie z.B. das Flussneunauge oder das Donau-Neunauge, die mit ihrem Saugmaul Fische erbeuten und ihr Blut saugen, nehmen erwachsene Bachneunaugen keine Nahrung mehr zu sich und sind demnach reine Vermehrungsstadien.

Größe: 10 bis 16 cm, max. bis 35 cm

Alter:
6 bis 7 Jahre

Mindestmaß:
kein Mindestmaß festgesetzt, da ganzjährig geschont !

Laichzeit: Der Entwicklungszyklus ist bei allen einheimischen Neunaugenarten gleich. Die Eiablage findet von März bis Juni statt. Dabei legen die Weibchen ca. 1.500 Eier an sandig-kiesigen Stellen ab, in die vorher eine Laichgrube geschlagen wird. Wie alle Vertreter der Neunaugen sterben die Tiere kurz nach der Eiablage.
Die Larven nennt man Querder. Im Gegensatz zu den erwachsenen Tieren haben sie keine Augen und Zähne. Wichtig für die Querder sind nicht verfestigte Sandbänke, die mit feinem organischen Material leicht durchsetzt sind, aber keinen Faulschlamm aufweisen dürfen. Optimale Lebensbedingungen finden Bachneunaugen daher vor allem in naturbelassenen, unregulierten Fließgewässern.
Am Ende der Larvenphase (nach vier bis fünf Jahren) findet eine Metamorphose zum geschlechtsreifen Tier statt, bei der sich Geschlechtsogane, Zähne und Augen herausbilden und der Darm schrumpft. Nach dieser Umwandlungsphase, die bis zu einem dreiviertel Jahr dauern kann, nehmen die Tiere keine Nahrung mehr auf. Diese Phase beginnt meist gegen Ende Juni und dauert bis zum darauffolgenden Jahr im Frühjahr.
Für eine erfolgreiche Vermehrung muß das Gewässer Feinsedimente aufweisen, die den Larven als Lebensraum dienen, sowie kiesige Abschnitte für die Anlage von Laichnestern.

weitere Informationen:
Das Bachneunauge zählt zu den gefährdeten Arten. Die Gefährdungsursachen sind vorwiegend in den Ausbau- und Unterhaltungsmaßnahmen der Gewässer zu sehen, da hierbei die lebensnotwendigen Schlick- und Feinsedimentbänke ausgeräumt werden.
Das Bachneunauge ist in den letzten 30 Jahren deutlich zurückgegangen und wird deshalb z.B. in Bayern als "gefährdet" eingestuft. Als Ursache für den Rückgang wird die Belastung der Gewässer mit gift- und nährstoffhaltigen Abwässern, vor allem aber die Verbauung der Fließgewässer angesehen, die die von den Bachneunaugen bevorzugte Strukturvielfalt verringerte und Wandermöglichkeiten unterbrach. Erforderlich sind vor allem Verbesserungen der Gewässerstruktur und der Gewässerqualität. Laichgebiete sollten vor Eingriffen in die Sohl- und Uferstruktur geschützt werden, Wandermöglichkeiten erhalten und notfalls wieder hergestellt werden.




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