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Gegenteil ist richtig: Aale fressen nur lebende oder frisch getötete Beute, keinesfalls jedoch faulendes Fleisch.
Erstaunliches hat man auch über die Fortpflanzung des Aals herausgefunden. Die Tiere werden in mehreren hundert Metern Tiefe in der Sargassosee (Karibik) geboren und treiben als Larven mit dem Golfstrom nach
Europa. Dort entwickeln sich die Larven zu Glasaalen und steigen in die Flüsse auf, wo sie ihr Leben verbringen, um viele Jahre später an den Ort ihrer Geburt zurückzukehren. Das Geheimnisvolle daran: Obwohl man
diesen Bereich recht genau eingrenzen kann, ist dort noch nie ein ausgewachsener Aal gesichtet worden.
Von Spitz- und Breitköpfen
Aale ernähren sich anfangs von Schnecken, Würmern, Krebsen und
anderen niederen Tieren, verhalten sich aber mit zunehmendem Alter räuberisch. In der Jugendphase spricht man von ”Spitzkopfaalen”, während die großen Raubaale als ”Breitkopfaale” bezeichnet werden. Beide
Entwicklungsformen nutzen zum Aufspüren der Nahrung ihren unglaublich fein entwickelten Geruchssinn. Die Fresstätigkeit ist nachts und tagsüber bei Gewitterneigung besonders intensiv - dies sind auch die besten
Angelzeiten. Im Spätherbst verfällt der Aal in eine Winterstarre und nimmt erst im März oder April wieder Nahrung auf.
Gute Fangplätze
Aale finden sich mittlerweile in nahezu allen deutschen
Gewässern, mit Ausnahme sehr klarer und kalter Gebirgsbäche und -seen. Scharfe Strömungen meidet der Aal zugunsten von Wurzelwerk und anderen Verstecken im Uferbereich. Auch in Seen sucht er bei Dämmerung vor allem
die Uferzone nach Beute ab. Häufig verharrt der Aal mit der hinteren Körperhälfte in seinem Versteck, um bei Gefahr blitzschnell darin verschwinden zu können. Er ist kein echter Jäger, sondern lauert geduldig auf
seine Chance oder folgt schlängelnd der Duftspur seiner Beute. Kleine und mittlere Aale durchstöbern auch den Schlamm nach Fressbarem - man sagt dann, der Aal ”läuft”. Bevorzugte Fangplätze sind Wehrkessel, tiefe
Gumpen, Buhnenfelder, Bootsstege und Hafenanlagen.
Wichtig: Stabiles Gerät
Aale verhalten sich im Drill sehr ungewöhnlich. Von einem echten Kampf kann eigentlich keine Rede sein. Der Aal setzt
vielmehr seine ganze Muskelkraft ein, um dem Angler einen beständigen, hartnäckigen Zug entgegenzusetzen. Durch die schlängelnden Bewegungen erhöht der Aal den Wasserwiderstand beträchtlich, so dass auch kleine Aale
im Verhältnis zum Körpergewicht erstaunlich wehrhaft sind. Gelingt es dem Aal, sich an einem Ast oder Stein festzuhalten, ist der Kampf für den Angler meist schon verloren. Manchmal hilft es, die Rute abzulegen und
einfach zu warten. Andere Aalspezis halten die Schnur gespannt und klopfen immer wieder auf die Rute, um den Aal zur Flucht zu reizen. Da es nach dem Anschlag nur darauf ankommt, den Aal sofort vom Grund hoch
zu pumpen, müssen Rute, Rolle und Schnur entsprechend kräftig sein. Eine robuste Teleskop- oder Steckrute von ca. 3 m Länge, eine mittelgroße Stationärrolle mit dehnungsarmer 0,30er Schnur und spitze, langschenklige
Haken der Größe 2 - 6 sind unverzichtbar. Auf die Verwendung eines Keschers sollte man möglichst verzichten, da Aale wahre Meister im Verknoten von Hauptschnur und Keschermaschen sind. Außerdem finden sie mit
Sicherheit jedes noch so kleine Loch in den Maschen.
Köder und Taktik
Wie schon gesagt, bevorzugen Aale ganz frische, natürliche Köder. Am fängigsten sind dicke Tauwürmer, die auch halbiert
angeboten werden können, und tote Köderfische oder Fischfetzen. Raubaale werden meist mit ganzen toten Köderfischen gefangen, die ruhig über 10 cm lang sein dürfen. Mittelstarke Aale sprechen gut auf halbierte
Köderfische und auf Fischfetzen an, wobei viele Aalspezialisten Meeresfische wie z. B. Heringe oder Sardinen bevorzugen. Ganze Köderfische sollte man mehrmals mit dem Messer durchstechen, damit die Körpersäfte
austreten und dem Aal den Weg zum Köder weisen können. Auch bestimmte Flavourings haben sich bewährt, allen voran Fisch- und Muschelaromen. Der Köder muss am Grund oder knapp darüber angeboten werden. Hierfür
bieten sich einfache Laufbleimontagen mit kräftigem Wirbel und langem Vorfach an. Reizvoll ist auch das Nachtangeln mit Knicklichtposen, die eine ausgezeichnete Bisserkennung ermöglichen. Beim Grundangeln werden
häufig einfache Glöckchen als Bissmelder an die Rutenspitze geklemmt. Auch elektronische Bissmelder können sinnvoll sein, besonders bei offenem Schnurfangbügel.
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